www.Lexikon-der-Astronomie.de

 A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M 
 N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z 


E...


Eichfelder (selected areas):
252 kleine Felder am Himmel (75' x 75' groß), in denen nach Vorschlag von J.C. Kapteyn die scheinbaren Helligkeiten, Spektral- und Leuchtkraftklassen der Sterne mit hoher Genauigkeit bestimmt wurden. Sie liefern Vergleichsdaten und bilden dadurch eine Grundlage für stellarstatistische Untersuchungen.

Eigenbewegung:
Die individuelle Bewegung eines Sterns an der Himmelssphäre. Aufgrund der großen Entfernung der Sterne fällt die Bewegung sehr gering aus. Die größte bekannte Eigenbewegung hat Barnards Pfeilstern, ein 6 Lichtjahre entfernter roter Zwerg, der sich in 6 Jahre um eine Bogenminute bewegt. Innerhalb von 180 Jahren bewegt er sich um einen Winkel, der dem des Vollmonddurchmessers entspricht. Die Eigenbewegung weiter entfernter Sterne ist zu gering, um überhaupt noch meßbar zu sein.

Einundzwanzig-cm-Linie:
Das Proton und umlaufende Elektron eines Wasserstoffatoms besitzen eine Eigenrotation, den sog. Spin. Je nach der gegenseitigen Orientierung des Spins kann der Spin des Protons dem Elektron Energie "zuführen" oder "wegnehmen". Durch Zusammenstöße zwischen den Atomen kann der momentane Zustand eine Änderung erfahren. Sind die Spins von Proton und Elektron gleichgerichtet, so befindet sich das Atom in einem schwach angeregten Zustand. Kehrt das Atom durch Spin-Umklappung in seinen Grundzustand zurück, so sendet es ein Quant der Wellenlänge 21,11cm aus, das im Radiobereich liegt und mit Radioteleskopen nachgewiesen werden kann.

Ekliptik:
Die Bahnebene der Erde bei ihrem Umlauf um die Sonne. Sie spiegelt sich im Lauf der Sonne durch die Tierkreis-Sternblider wider.
Siehe Quicktime-Animation (84 kB)

Als Schiefe der Ekliptik bezeichnet man den Winkel (ca. 23,5°), den die Erdachse mit dem Lot auf die Ekliptik bildet.

Ekliptikale Koordinaten:
Das ekliptikale Koordinatensystem dient fast ausschließlich zur Positionsbestimmung von Himmelskörpern im Sonnensytem. Den Grundkreis bildet die Ekliptik (Erdbahnebene). Die beiden Koordinaten sind ekliptikale Länge und ekliptikale Breite.
Je nachdem, ob die ekliptikalen Koordinaten von der Sonne oder von der Erde aus gemessen wurden, spricht man von heliozentrischen ekliptikalen Koordinaten oder geozentrischen ekliptikalen Koordinaten
siehe Abbildung

ekliptikale Breite:
Koordinate zur Positionsbestimmung von Himmelskörpern im Sonnensytem. Gezählt wird sie von der Ekliptik aus positv von 0 bis 90° nach Norden bzw. 0 bis -90° nach Süden. Manchmal bezeichnet man die ekliptikale Breite auch einfach nur als Breite.

ekliptikale Länge:
Koordinate zur Positionsbestimmung von Himmelskörpern im Sonnensytem. Sie wird vom Frühlingspunkt aus entlang der Ekliptik nach Osten (von 0 bis 360°) gemessen. Manchmal bezeichnet man die ekliptikale Länge auch einfach nur als Länge.

Elektromagnetisches Spektrum:
Der vollständige Bereich der elektromagnetischen Strahlung besteht aus: Infrarotstrahlung, Gamma- und Röntgenstrahlung, ultravioletter Strahlung sowie Radiowellen und sichtbarem Licht (welches nur einen Bruchteil des gesamten Spektrums ausmacht). Nur das sichtbare Licht und die Radiowellen können die Erdatmosphäre durchdringen und die Erdoberfläche erreichen.

Elektron:
Elementarteilchen mit negativer elektrischer Ladung. Elektronen sind neben Neutronen und Protonen die Bausteine des Atoms und befinden sich in den Atomorbitalen.

Elektronendichte:
Zahl der freien Elektronen im Einheitsvolumen. Ein freies Elektron ist nicht mit einem Atom verbunden, sondern bewegt sich davon unabhängig.

Elektronenvolt:
Energieeinheit in der Atomphysik. Ein Elektronenvolt entspricht der Energiemenge, die es beim Druchlaufen eines Spannungsgefälles von ein Volt gewinnt.
1eV = 1,60219x10-19J.
Für größere Energiemengen sind das Kiloelektronenvolt (1keV = 1000 eV) und das Megaelektronenvolt (1MeV = 1 000 000) in Gebrauch.

Element:
Substanz, die chemisch nicht weiter zerlegbar ist. Auf der Erde existieren 92 natürliche Elemente; alle Substanzen werden aus diesen 92 fundamentalen Elementen aufgebaut. Andere Elemente wurden künstlich erzeugt wobei diese immer schwerer als Uran (Ordnungszahl 92) und meistens sehr instabil sind.

Elliptische Galaxie:
Galaxien, die mehr oder weniger wie eine abgeplattete Ellipise aussehen. Sie bestehen aus alten (roten) Sternen und enthalten wenig Gas oder Staub. Sie zeigen nur eine geringe Rotation.

Elongation:
Winkelabstand zwischen der Sonne, einem Planeten, oder dem Mond. Eine Elongation von 0° heißt Konjunktion, von 90° Quadratur und von 180° Opposition.
Wenn sich ein Planet in östlicher Elongation befindet, geht er nach der Sonne unter und ist am Abendhimmel zu sehen. Bei westlicher Elongation erfolgt sein Aufgang vor der Sonne und er ist am Morgenhimmel sichtbar.
Als größte Elongation bezeichnet man den maximalen Winkelabstand eines inneren Planeten (Merkur und Venus) von der Sonne. Die größte Elongation von Merkur 28°, und die größte Elongation der Venus liegt bei 48°.

Emissionsspektrum:
Spektrum aus hellen Linien oder Banden (zahlreiche eng benachbarte Linien). Sehr heiße Gase erzeugen bei geringem Druck ein Emissionsspektrum.

Energie:
Fähingkeit eines Systems, Arbeit zu leisten. Man unterscheidet Energieformen:
Kinetische Energie:
(Bewegungsenergie) Energie bezüglich der Bewegungs- oder Drehbewegung eines Körpers bei einer bestimmten Geschwindigkeit.
Potentielle Energie:
Lageenergie eines Körpers in einen Schwerefeld oder sonstigen Kraftfeld. Oder Energie die ein Körper bei einer elastischen Verformung aufnimmt (Beispiel: Dehnen einer Feder).
Wärmeenergie:
(Temperatur) kinetische Energie von sich ungeordnet bewegenden Moleküle.
Elektromagnetische Enerige:
Energie, die zum Aufbau elektrischer und magnetischer Felder nötig ist.
Chemische Energie:
Energie der elektrischen Felder der Atom- und Molekülhüllen.
Atomenergie:
(Kernenergie) Energieform, die auf Felder innerhalb der Atomkerne zurückzuführen ist.
Strahlungsenergie:
Energie, die von einer Strahlungsquelle in Form von Photonen abgestrahlt wird.

Nach der Speziellen Relativitätstheorie sind Masse (m) und Energie (E) zueinander äquivalent. E = m·c²

Ephemerieden:
Tabellen, die Auskunft geben über die Position eines Himmelskörpers (meistens Sonne, Mond und Planeten) zu einem gegebenen Zeitpunkt. Voraussetzung für die Berechnung von Ephemerieden ist die genaue Kenntnis von Form, Größe und rämlichen Lage der Umlaufbahn eines Himmelskörpers.

Epoche:
Datum, das als Bezug für astronomische Daten benutzt wird, z.B. gibt es einige Sternkataloge für die "Epoche 1950". Bis zum Jahr 2000 werden sich die darin gegebenen Koordinaten durch die Präzession etwas verschoben haben.

Erdschein:
Mattes Leuchten der Nachthälfte des Mondes, verursacht durch reflektiertes Licht von der Erde.

eruptive Veränderliche:
Charakteritisch für diese Sterne sind je nach Typ mehr oder weniger starke Lichtausbrüche (Eruptionen), die einmalige Ereignisse sein können oder aber auch wiederholt auftreten können.

Exosphäre:
Äußerster Teil der Erdatmosphäre mit sehr geringer Dichte und ohne feste obere Grenze, da die Exosphäre einfach ins All hin "ausdünnt"

Extinktion:
Die frequenz- und stoffabhängige Schwächung der Intensität einer Strahlung durch Absorption, Streuung, Beugung und Reflexion in bzw. an der von ihr durchlaufenden Materie. Je länger der Weg der Strahlung durch die Materie, um so stärker die Abschwächung. Typische Beispiele in der Astronomie sind die Extinktion des Sternlichts beim Durchgang durch die interstellare Materie und die Erdatmosphäre.

Extrapolation:
Näherungsweise Bestimmung von Funktionswerten außerhalb eines Intervalls auf Grund der Kenntnis von Funktionswerten innerhalb dieses Intervalls.


 A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M 
 N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zur Startseite


Letzte Änderung: 16.05.2003