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P...
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- Parallaktische Montierung:
Siehe äquatoriale Montierung
- Parallaxe, trigonometrische:
- Scheinbare Verschiebung eines Körpers bei Betrachtung aus
zwei unterschiedlichen Richtungen. Die Trennungslinie zwischen den
beiden Beobachtungspunkten wird als Basislinie bezeichnet. Die
Erdumlaufbahn bildet eine Basislinie von 300 Millionen Kilometern
Länge (der Radius der Erdbahn ist 150 Millionen Kilometer). Ein über
einen Zeitraum von sechs Monaten beobachteter, nahegelegener Stern
zeigt eine deutliche Parallexe gegen den Hintergrund entfernter
Sterne. Auf diese Weise berechnete F.W. Bessel 1838 zum ersten
Mal die Entfernung eines Sternes (61 Cygni). Diese Methode kann
nur bis in Entfernungen von 300 Lichtjahren angewendet werden; darüber
hinaus wird die Parallaxe zu klein, um meßbar zu sein.
- Parsec:
- Abk. für Parallaxen-Sekunde. Entfernungseinheit zur
Angabe von interstellaren bzw. intergalagktischen Entfernungen.
Ein Parsec (Abk.: pc) ist die Entfernung, in der der Erdbahnradius
unter einem Winkel von einer Bogensekunde
erscheint. Für größere Entfernungen gibt es das
Kiloparsec (Abk.: kpc) = 1000pc, das Megaparsec (Abk.: Mpc) = 1000
kpc und das Gigaparsec (Abk.: Gpc) = 1000 Mpc.
1pc = 206264.806 AE = 3.26 Lichtjahre = 30.9x1012 km.
- Pauli-Prinzip:
- (Abk. für Paulisches Ausschließungsprinzip) Prinzip,
nach dem zwei Teilchen der gleichen Art nicht genau den gleichen
Quantenzustand einnehmen können. Ihm unterliegen die Baryonen und Leptonen, nicht aber die Photonen und Mesonen.
- P Cygni:
- Ein bedeutender Veränderlicher im Sternbild Schwan. Es handelt
sich um einen ca. 5m hellen Überriesen vom Spektraltyp
B1, der 724 000 mal heller ist als unsere Sonne und eine Öberflächentemperatur
von 19000 K hat. Er steht in einer Entfernung von 6000 Lichtjahren,
hat den 76fachen Durchmesser und die 50fache Masse der Sonne. Um
1600 wurde er als rötlicher Stern mit 3m beschrieben, dann
nahm bis 1620 seine Helligkeit auf 6m ab. Dann stieg sie
in den Jahren 1655-1659 wieder an, um bis 1715 erneut schwächer
zu werden. Heute erscheint er als relativ konstant leuchtender, geblich
weißer Stern. Sein spektrales Kennzeichen ist das sogenannte
P Cygni-Profil.
- P Cygni-Profil:
- Tritt insbesondere bei OB- und A-Überriesen auf, die ab und
zu starke Massenverluste erleiden. Das Spektrum weist starke Emissionslinien
auf, die auf der kurzwelligen Seite von genauso starken Absorptionslinien
begleitet sind. Diese P Cygni-Profile treten in den stärksten
Linien von Wasserstoff, ionisierten Helium, Stickstoff, Silicium, Natrium
und Eisen auf.
- Pekuliarbewegung:
- Wahre Bewegung der Sterne durch den Raum.
- Penumbra:
- Vergleichsweise helle Zone (Hof) um einen Sonnenfleck.
- Periastron:
- Punkt in der Umlaufbahn eines Doppelsterns, an dem die Sterne
in geringstem Abstand zu einander stehen. Der entfernteste Punkt
ist das Apastron.
- Perigäum:
- Punkt in der Umlaufbahn eines Mondes oder eines künstlichen
Satelliten, an dem sich Körper und Erde am nächsten stehen.
Der entfernteste Punkt ist das Apogäum.
- Perihel:
- Sonnennächster Punkt in der Umlaufbahn eines dem Sonnensystem
zugehörigen Körpers. Der sonnenentfernteste Punkt ist
das Aphel. Anfang Januar erreicht die Erde ihr Perihel.
- Phase:
- gibt an wie groß der Anteil der von der Sonne
beschienenen Oberfläche an der sichtbaren Oberfläche
ist. Bei einer Phase von 0 ist nur die unbeleuchtete Nachtseite
eines Planeten sichtbar, bei einer Phase von 0.5 ist die Häfte
der sichtbaren Oberfläche beleuchtet und bei einer Phase
von 1 ist die ganze von der Sonne beschienen Seite sichtbar.
- Phasen:
- Scheinbare Formveränderung des Mondes und einiger anderer
Planeten in Abhängigkeit von der sonnenbeleuchteten Hemisphäre
(Hälfte), die uns der Himmelskörper zuwendet. Mond, Merkur
und Venus haben vollständige Phasen, von neu (unsichtbar) bis voll.
Ebenso kann Mars merkliche Phasen zeigen, da er uns zeitweise weniger
als 90% seiner sonnenbeschienenen Seite zuwendet. Die Phasen äußerer
Planeten sind unbedeutend.
- Phasenwinkel:
- Winkel Sonne-Planet-Erde. Er gibt Auskunft über
die Beleuchtungsform (Phasengestalt) eines von der Sonne beleuchteten
nichtleuchtenden Himmelskörpers (Mond, Planeten). Die Phasengestalt
hängt von der relativen Stellung von Sonne, Mond bzw. Planet
und Erde ab. Bei einem Phasenwinkel von 0° schauen wir genau
auf die vollbeleuchtete Tagseite eines Planeten (entsprechend
Vollmond beim Mond), bei einem Phasenwinkel von 90° ist die
Hälfte der sichtbaren Oberfläche eines Planeten beleuchtet
(entsprechend Halbmond) und bei 180° schauen wir genau auf die
dunkle Nachtseite eines Planeten.
- Photometer:
- Instrument, mit dem die scheinbare Helligkeit und auch andere
Eigenschaften vom sichtbaren Licht, Infrarot- und auch UV-Strahlung gemessen wird.
- Photometrie:
- Messung der Lichtintensität. Heute werden photoelektrische
Photometer zur genauen Bestimmung von Helligkeitsklassen von Sternen
eingesetzt. Sie bestehen aus einer mit einem Teleskop kombinierten
Photozelle. (Eine photoelektrische Zelle ist ein elektronisches
Gerat; Licht fallt auf die Zelle und produziert elektrischen Strom,
wobei die Stromstärke von der Lichtintensität abhängig
ist.)
- Photon:
- Nach der Quantentheorie der Strahlung das mit einer Lichtwelle
verbundene Teilchen. Die Energie eines Photons ist gleich
Lichtgeschwindigkeit
multipliziert mit der Planckschen
Konstante und geteilt durch die Wellenlänge.
- Photosphäre:
- Die unterste Schicht der Sonnenatmosphäre. Sie ist die sichtbare
Oberfläche der Sonne.
- physische Ephemeriden:
- Zahlen, die Auskunft geben über Größe, Aussehen,
Helligkeit und Beleuchtungsverhältnisse von Sonne, Mond und
Planeten bei der Beobachtung im Fernrohr.
- Plancksche Konstante:
- Fundamentale Konstante der
Quantenmechanik. Symbol: h. Sie hat den Wert 6,625x10-34Js.
Planck führte diese Konstante 1900 mit seiner Theorie der Strahlung
eines schwarzen Körpers
ein.
- Planet:
- gr.:Wandelstern. Nicht selbst leuchtender Himmelskörper,
der einen Stern umkreist. Ein Planet ist nur sichtbar, weil
er das Licht seines Sterns reflektiert.
In unserem Sonnensystem sind z.Z. folgende 9 Planeten bekannt
(geordnet nach zunehmender Entfernung von der Sonne): Merkur,
Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto.
Die Planeten, die die Sonne inerhalb der Erdbahn umkreisen
(Merkur, Venus) nennt man innere Planeten. Planeten
die die Sonne außerhalb der Erdbahn umlaufen (Mars,
Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto), nennt man äußere
Planeten. Man hat Hinweise gefunden, daß auch die Sterne
51 Pegasi, 70 Virginis und 47 Ursae Majoris von Planeten
umrundet werden.
- Planetarischer Nebel:
- Am Ende des Lebens eines Roten
Riesen werden die äußeren Schichten des Sterns abgestoßen
und umgeben den Sternenrest mit einer Schale aus Staub und Gas.
Diese Hülle wird von dem Sternenrest durch UV-Strahung zum Leuchten angeregt. In kleinen Fernrohren sehen
diese Objekte wie kleine Planetenscheibchen aus - daher stammt der
Name, obwohl sie nichts mit Planeten zu tun haben!
- Planetesimal:
- Ein hypothetisches Teilchen oder kleiner Körper, der sich
aus der ursprünglich gasförmigen Materie gebildet hat und
dann Grundlage der Bildung der Planeten war.
- Planetoiden:
- Anderer Name für Asteroiden.
- Plasma:
- Gas, bestehend aus ionisierten Atomen (
siehe Ion) und freien Elektronen zusammen
mit einigen neutralen Partikeln. Als Ganzes ist es neutral geladen
und ein guter elektrischer Leiter.
- Polarlichter:
- Nordlichter auf der Nordhalbkugel, Südlichter auf der Südhalbkugel.
Glühen in der oberen Erdatmosphäre, verursacht durch von
der Sonne ausgestoßene geladene Teilchen (
siehe solare Flares). Durch ihre
elektrische Ladung werden sie zu den magnetischen Polen hingezogen,
so daß die Polarlichter am besten in hohen Breitengraden zu
beobachten sind.
- Population:
-
siehe Sternpopulationen
- Positionswinkel:
- Bei Sonne Mond, und Planeten: Bogenstück am Scheibenrand,
das in der Regel von Nord über Ost, Süd und West von
0 bis 360° gezählt wird. Er wird z.B. zur Lokalisierung
der Rotationsachse verwendet (Positionswinkel der Achse) um z.B.
beobachtete Oberflächendetails mit Karten vergleichen bzw.
auf Karten einzeichnen zu können.
Bei Doppelsternen: Winkel, der angibt ob sich die Komponente
rechts oder links oder oberhalb bzw. unterhalb des Hauptsterns
befindet.
siehe Abbildung
- Präzession:
- Langsame Kreiselbewegung der Himmelspole, hervorgerufen durch
die Anziehungskraft von Sonne und Mond auf den Äquatorialwulst.
Zur Veranschaulichung kann man sich einen auf dem Kopf stehenden
Kegel vorstellen. Wenn die Spitze des Kegels im Erdmittelpunkt
liegt, so dreht sich die Erdachse um die kreisförmige Kegelfläche,
d.h. sie umlauft den Kegelmantel. Die Kreisbahn, die ein Pol am
Himmel beschreibt, hat einen Durchmesser von 47° und wird in
einer Periode von etwa 25800 Jahren durchlaufen. Aufgrund der Präzession
bewegt sich auch der Himmelsäquator, genauso wie der Frühlingspunkt
westwärts entlang der Ekliptik um 50 Bogensekunden pro Jahr verschoben
wird. Seit der Antike hat er sich aus dem Sternbild Widder zum
Sternbild Fische verschoben. Unser gegenwärtiger Polarstern
wird seinen Namen nicht für immer tragen. Im Jahr 12000 wird
der Nordpolarstern die hell leuchtende Wega im Sternbild der Leier
sein.
- Prisma:
- Glaskörper mit mindestens zwei zueinander geneigten Flächen.
Licht, das durch das Prisma (Dispersionsprisma) fällt, wird
durch die unterschiedliche Brechung einzelner Farben in das Farbspektrum
zerlegt.
- Proton:
- Positiv geladenes Elementarteilchen. Der Kern eines Wasserstoffatoms
(H) besteht aus nur einem Proton.
Siehe auch Neutron.
- Proton-Proton-Reaktion:
- Folge von Kernreaktionen, bei denen vier Wasserstoffkerne (Protonen)
in Helium umgewandelt werden, wobei Energie frei wird. Dieser Prozess
ist die Hauptenergiequelle für Hauptreihensterne
mit Massen von einer Sonnenmasse und darunter.
- Protosterne:
- Früheste Phase der Sternentwicklung. Bei der Bildung von
Sternen durch den Kollaps dichter Molekülwolken unterscheidet
man mehrere Stadien. Das früheste Stadium ist die Protostern-Phase.
In dieser Phase ist der Akkretionsprozeß
noch nicht abgeschlossen, d.h. es regnet noch weiter Materie aus
der ungebenden Gas- und Staubwolke auf den im Optischen unsichtbaren Stern herab.
Nach Beendigung der Akkretion folgt das Vor-Hauptreihenstadium, das bis zum Einsetzten
des Wasserstoffbrennens im
Kern des Sterns andauert.
- Protuberanzen:
- Leuchtende Gasmassen in der Korona, überwiegend aus Wasserstoff
bestehend. Mit bloßem Auge ausschließlich bei totaler
Sonnenfinsternis sichtbar. Moderne Instrumente (z.B. Koronographen)
lassen allerdings eine ständige Beobachtung zu. Man unterscheidet
ruhende Protaberanzen, Fleckenprotuberanzen und die selteneren eruptiven
Protuberanzen.
- Ptolemäisches System:
- Theorie, in der sich die Erde im Zentrum des Sonnensystems
(geozentrische Theorie) befindet und von allen anderen Himmelskörpern
umkreist wird. Da sich die reale Bewegung der Planeten nicht durch
eine einfache Kreisbahn um die Erde beschrieben werden kann, mußten
mehrere Hilfskreise (Epizykel) zur Hilfe genommen werden, um diese
Theorie zu retten. Dadurch wurde dieses Modell sehr schwer zu
handhaben.
- Pulsar:
- Neutronenstern, der in kurzen,
sehr regelmäßigen Abständen Radioimpulse aussendet.
Die Pulsperioden betragen oft viel weniger als eine Sekunde.
- Pulsationsveränderliche:
- Sind pulsierende Sterne, bei denen sich bestimmte Zustandsgrößen
(z.B. Radius, Leuchtkraft, effektive Temperatur) durch Pulsieren
der äußeren Schichten verändern. Sie bilden mit 90%
die größte Gruppe der physischen Veränderlichen.
Dazu gehören folgende Klassen: Cepheiden, RR Lyrae-Sterne, Mira-Sterne,
RV Tauri-Sterne, halbregelmäßige Veränderliche, Zwergcepheiden,
Delta Scuti-Sterne, Beta Cephei-Sterne, PV Telescopi-Sterne und
ZZ Ceti-Sterne. Auch Pulsare zählt man zu dieser Gruppe.
- Purkinje-Phänomen:
- Physiologischer Effekt im menschlichen Auge, das es für längere
Lichtwellenlängen unempfindlicher werden läßt, wenn
die Lichtintensität geringer wird. Bei gleicher Verringerung
der Intensität eines roten und eines blauen Lichtes erscheint
dem Auge das blaue Licht heller.
- Pyrheliometer:
- Meßgerät zur Bestimmung der Solarkonstanten. Es besteht aus einem
Hohlkörper mit bekannter Wärmekapazität, dessen
Innenwände geschwärzt sind. Durch eine Öffnung
fällt Sonnenstrahlung ins Innere, wodurch sich das Gerät
meßbar erwärmt. Aus der Erwärmung kann der Strahlungsfluß
bestimmt werden.
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Letzte Änderung: 16.05.2003 |