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S...
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- Säkulare Beschleunigung:
- Auf Grund der Gezeitenreibung findet eine langsame Reduktion
der Erdrotationsgeschwindigkeit statt. Der Tag wird länger,
wobei die durchschnittliche Verlängerung nur 0,00000002 s/Tag
beträgt; über eine ausreichend lange Zeitspanne hinweg
macht sich der Effekt allerdings bemerkbar. Die langsame Zunahme der Entfernung
zwischen Erde und Mond ist ein weiteres Resultat der Gezeitenreibung.
- Saros-Zyklus:
- Periode von 18 Jahren und 11,3 Tagen, nach der sich Erde, Mond
und Sonne wieder in derselben Ausgangsposition zueinander befinden.
Daher soll einer Sonnen- oder Mondfinsternis nach der Periode von
18 Jahren und 11,3 Tagen eine gleiche Finsternis folgen. Die Periode
ist jedoch nicht ganz exakt, reicht aber für einfache Vorhersagen,
wie sie schon in der Antike von griechischen Philosophen mit Hilfe
des Saros-Zyklus gemacht wurden.
- Satellit:
- Himmelskörper, der einen Planeten umläuft. Die Erde
hat als einzigen natürlichen Satelliten den Mond, Jupiter
hat 16 Satelliten, Saturn ebenfalls 16, Uranus 15, Neptun und
Pluto jeweils einen, während Merkur und Venus unbegleitet sind.
- Schalenbrennen:
- Spätphase in der Entwicklung eines Sterns. Ist der Energievorrat
im Zentrun erschöpft, so zieht sich der Stern zusammen, bis
in einem Bereich um den Kern ("Schale") die Temperatur hoch genug
ist, damit dort die Kernfusion einsetzt. Diesen Vorgang bezeichnet
man als Schalenbrennen.
- Scheinbare Helligkeit:
- Die Helligkeit, mit der ein kosmisches Objekt dem Beobachter
erscheint, d.h. ein Maß für die empfangene Strahlungsintensität.
Gemessen wird sie in Größenklassen
(lateinisch: Magnitudo, Abk.: m), eine logarithmische Skala zur
Messung der Lichtintensität eines Sterns. Je heller ein Stern
leuchtet, um so kleiner ist der Wert für seine scheinbare
Helligkeit, den man als Größenklasse oder Größe
des Sterns bezeichnet. Dieser Wert hat nichts mit dem wirklichen
Durchmesser des Sterns zu tun!
Beispiele: Die Sonne hat eine scheinbare Helligkeit von -26,8
mag, Sirius, der hellste Stern am Himmel, hat -1,4 und der Polarstern
+2. Die schwächsten, mit dem Hubble Space Telescope beobachtbaren
Sterne haben eine scheinbare Helligkeit von +30 mag.
Die scheinbare Helligkeit eines Sterns läßt keinen
Schluß auf seine wirkliche Leuchtkraft zu.
Siehe auch:
Größenklasse
absolute Helligkeit
- Schiefe der Ekliptik:
- Winkel zwischen Himmelsäquator- und Ekliptikebene. Sein
Wert beträgt 23°26'54". Sie bezeichnet auch den Winkel,
um den die Erdachse von der Senkrechten auf die Erdbahnebene abweicht.
- Schmidt-Teleskop (Schmidt-Kamera,
Schmidt-Spiegel):
- Teleskoptyp mit sphärischem Spiegel und spezieller Korrektionsplatte
aus Glas. Mit diesem Teleskop lassen sich mit einer einzigen
Aufnahme relativ weite Himmelsfelder photographieren, wobei die
Schärfe bis zum Rand sehr gut ist. In seiner ursprünglichen
Form kann dieses Teleskop nur für Photographie benutzt werden. Das
größte im Gebrauch befindliche Schmidt-Teleskop ist
das "Big Schmidt" auf dem Mount Palomar, USA, mit einer Korrektionsplatte
von 122 cm.
- Schnelläufer:
- Sterne der Population II in
der Sonnenumgebung, die nicht an der allemeinen Rotation der Milchstraße
teilnehmen und sich auf strak elliptischen Umlaufbahnen um das
Zentrum der Milchstraße bewegen. Ihre hohe Geschwindigkeit
kommt daher zustande, daß sich diese Sterne in eine andere
Richtung bewegen als die Sonne.
- Schwache Wechselwirkung:
- Eine der vier allgemeinen Klassen von Wechselwirkungen der Elementarteilchen.
Bei normalen Energien sind die schwachen Wechselwirkungen sehr viel
schwächer als die elektromagnetische und die starke Wechselwirkung,
aber dennoch viel stärker als die Gravitation. Die schwache
Wechselwirkung ist verantwortlich für den relativ langsamen
Zerfall von Neutronen und Myonen, sowie für alle Reaktionen,
an denen Neutrinos beteiligt sind.
- Schwarzer Körper (schwarzer
Strahler):
- gedachter Körper, der sämtliche außen auf ihn
einfallende Strahlung absorbiert und auch nicht den geringsten Anteil
reflektiert (daher die Bezeichnung 'schwarz'). Da der
schwarze Körper dadurch Energie aufnimmt, erwärmt er sich und
fängt seinerseits an Energie abzustrahlen (zu "glühen").
Die von ihm ausgehende Strahlung besitzt ein charakteristisches
Spektrum (Schwarzkörperstrahlung). Sterne besitzen näherungsweise
die Eigenschaften schwarzer Körper, so daß Astrophysiker
hiermit den Zusammenhang zwischen ihrer Farbe, Temperatur und Strahlung
erklären können.
- Schwarzes Loch:
- Eine der aufregendsten Vorhersagen der Einsteinischen Relativitätstheorie
ist die Existenz von Schwarzen Löchern, in denen die Gravitationskräfte
so groß werden, daß selbst Teilchen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit
bewegen, nicht entweichen können.
Ein stellares Schwarzes Loch ist ein Raumgebiet, in das ein Stern
kollabiert ist und aus dem weder Licht, Materie oder irgendeine
Art von Signal entweichen kann. Theoretisch unterscheidet man rotierende
und nicht-rotierende Schwarze Löcher. In der Frühgeschichte
unseres expandierenden Urknall-Universums könnten einige Gebiete
so komprimiert werden, daß sie gravitativ kollabierten und
ein sogenanntes primordiales ("urzeitliche") Schwarzes Loch bildeten.
- Schwarze Zwerge:
- Die theoretisch kältesten Sterne. Man weiß seit langem,
dass es Sterne geben könnte, die zu kühl sind, um sichtbares
Licht auszusenden. Sie wurden früher Schwarze Zwerge genannt.
In neuerer Zeit wird für die Sterne, die zu kühl sind,
um das Hauptreihenstadium zu erreichen, der Ausdruck Braune Zwerge verwendet, während
Schwarze Zwerge das Entstadium der
Weißen Zwerge darstellen: kalte, vollständig entartete
Körper.
Ein Weißer Zwerg besitzt keine Möglichkeit
mehr, seine Wärme aufrechtzuerhalten, und kühlt daher
stetig ab. Nach entsprechend langer Zeit ist seine Temperatur so
weit abgesunken, dass er unsichtbar und damit zu einem Schwarzen
Zwerg wird.
- Seeing:
- Englische Bezeichnung für die Luftqualität (Grad der
Luftunruhe und -transparenz) im Hinblick auf astronomische
Beobachtungen und Astrofotografie.
- Seismograph (Seismometer):
- Gerät zur Messung und Aufzeichnung von Erdbeben.
Apollo-Astronauten nahmen äußerst empfindliche Seismometer mit
zum Mond, die interessante Informationen über die dortigen seismischen
Bedingungen lieferten.
- Selenographie:
- Untersuchung der Mondoberfläche.
- Sextant:
- Instrument zur Messung der Höhe eines Himmelskörpers
über dem Horizont.
- Seyfert-Galaxien:
- Eine Klasse Aktiver Galaxien, meist Spiralgalaxien, deren Kerne
im Vergleich zur übrigen Galaxie sehr hell sind. Die Spektren
der Kerne weisen breite Emissionslinien auf: Bei Seyfert-1-Galaxien
zeigen sich erlaubte, aber nichtvariable Linien. Seyfert-2-Galaxien
zeigen sowohl erlaubte als auch verbotene Linien, die Linienbreiten
sind geringer als bei Seyfert-1-Galaxien.
- Siderische Umlaufzeit:
- Zeitspanne, die ein Planet oder anderer Körper für
einen Umlauf um die Sonne benötigt (Erde: 365,2 Tage). Begriff
wird auch für einen Satelliten im Umlauf um einen Planeten
benutzt.
- Singularität:
- Ein Punkt im Raum-Zeit-Kontinuum, in dem die bekannten physikalischen
Gesetze keine Gültigkeit mehr besitzen, wie z.B. im Zentrum
eines Schwarzen Lochs.
- Solarkonstante:
- Energiemenge, die die Erde pro m² Erdoberfläche (senkrecht
zur Strahlungsrichtung) pro Sekunde von der Sonne empfängt.
Die Solarkonstante beträgt 1,36 kW/m².
- Solstitien (Sonnenwenden):
- Zeitpunkte, zu denen die Sonne den nördlichsten (ca. 21.
Juni, Deklination 23°N) oder südlichsten (ca. 21. Dezember,
23°S) Punkt des Himmels erreicht. Das genaue Datum kann sich aufgrund
der Kalenderunregelmäßigkeiten (Schaltjahr) verschieben.
- Sonnenfinsternis:
- Eine Sonnenfinsternis ereignet sich, wenn der Mond vor die
Sonne zieht. Zufällig erscheinen beide Körper fast gleich groß.
Befinden sich Sonne, Mond und Erde praktisch in einer Geraden, verdeckt
der Mond kurze Zeit die strahlende Sonnenscheibe, entweder partiell
oder total (allerhöchstens jedoch 8 Minuten lang). Bei einer totalen
Sonnenfinsternis wird die Umgebung der Sonne mit bloßem Auge (man
darf niemals direkt in die Sonne schauen) sichtbar: die Chromosphäre,
die Korona und Protuberanzen Bei einer partiellen Sonnenfinsternis
wird die Sonne nicht ganz verdeckt, und die spektakulären Phänomene
der totalen Sonnenfinsternis können nicht beobachtet werden. Wenn
sich der Mond nahe seines größtmöglichen Abstandes
zur Erde befindet (vgl. Apogäum), wirkt er etwas kleiner als die Sonne
und wird von einem Ring der Sonne umrahmt (ringförmige Sonnenfinsternis).
Auch dabei kann man die Phänomene der totalen Finsternis nicht beobachten.
- Sonnenflecken:
- Dunkle Flecken in der Photosphäre der Sonne. Ihre Temperatur
liegt bei etwa 4000°C, während in der übrigen Photosphäre
6000°C herrschen, so daß sie nur durch den Kontrast dunkler
erscheinen. Für sich allein sind sie noch immer extrem hell. Ein großer
Sonnenfleck besteht aus einem dunkleren Kern (Umbra), umgeben von
einem helleren Gebiet (Penumbra), das sehr ausgedehnt und unregelmäßig
geformt sein kann. Sonnenflecken treten meist in Gruppen auf und
sind mit starken Magnetfeldern, Fackeln und solaren Flares verbunden.
Das Auftreten der Sonnenflecken ist einem 11 jährigen Zyklus unterworfen.
Der Zeitraum ihrer Existenz liegt bei maximal einigen Monaten.
- Sonnenparallexe:
- Trigonometrische Verschiebung der Sonne gegenüber den
Himmelshintergrund, wenn man sie von zwei Punkten aus anvisiert, die 6400km
(Erdradius) voneinander entfernt sind. Die Sonnenparallaxe beträgt
8,79 Bogensekunden.
- Sonnensystem:
- Das System, bestehend aus Sonne, Planeten, Satelliten, Kometen,
Asteroiden, Meteroiden sowie interplanetarem Staub und Gas.
- Sonnenuhr:
- Zeitmesser mit einem geneigten Stab (Gnomon), dessen Schatten
auf ein Zifferblatt fällt. Der Stab ist so ausgerichtet, daß
er zum Himmelspol zeigt. Eine Sonnenuhr gibt die wahre Sonnenzeit an; um die mittlere Sonnenzeit
zu ermitteln, muß der auf der Skala angegebene Wert unter Anwendung
der Zeitgleichung korrigiert werden.
- Sonnenwind:
- Stetiger Teilchenstrom (Protonen, Elektronen und wenige schwere
Kerne), der von der Sonne in alle Richtungen ausgeht. Er wurde
von Raumsonden entdeckt, von denen viele Instrumente zu seiner
Erforschung mit sich tragen. In der Nähe der Erde übersteigt
die mittlere Geschwindigkeit des Sonnenwindes 965 km/s. Zur Zeit
von Sonnenstürmen ist seine Intensität noch verstärkt.
- Sonnenzeit, mittlere:
- Bedingt durch die Ellipsenform der Erdbahn und die Neigung der
Erdachse läuft die Sonne nicht gleichmässig schnell über
den Himmel. Eine Sonnenuhr kann daher bis zu ca. einer viertel
Stunde vor bzw nach gehen. Um ein von diesen Effekten unabhängiges
Zeitmaß zu schaffen, hat man sich eine fiktive Sonne "ausgedacht",
die stets mit der gleichen Geschwindigkeit über den Himmel läuft.
Diese fiktive Sonne nennt man mittlere Sonne, und die nach
ihr gemessene Zeit nennt man mittlere Sonnenzeit. An einen
Ort ist es Mittag mittlerer Sonnenzeit, wenn die mittlere Sonne
im Meridian steht.
- Sonnenzeit, wahre:
- Ortszeit, die sich nach der "wahren" Sonne (d.h. die Sonne, die
wir am Himmel sehen können) richtet. Es ist an einem Ort
Mittag wahrer Sonnenzeit, wenn die wahre Sonne genau im Meridian
steht.
- Speckle-Interferometrie:
- Eine Methode, um die atmosphärisch bedingte Unschärfe
in mit großen Teleskopen gewonnenen Bildern zu korregieren
und optimale (beugungsbegrenzte) Bildauflösung zu erhalten.
Man verwendet dazu, extrem kurzbelichtete (weniger als 50 Millisekunden)
Aufnahmen, die sogenannten Speckle-Bilder. Dadurch wird die Luftunruhe
zeitlich eingefroren. In diesen Bildern ist die Objektinformation
in verzerrter Form enthalten. Durch Vergleiche mit Speckle-Bildern
geeigneter Standardsterne, aus denen die Verzerrung bestimmt wird,
erhält man ein beugungsbegrenztes Bild vom Objekt.
- Spektralanalyse:
- chemische Analyse durch Untersuchung der von Stoffen
emittierten oder absorbierten Spektrallinien.
- Späte Sterne:
- Eine irreführende Bezeichnung für die Spektralklassen
K, M, R, N und S. Diese Bezeichnung stammt aus einer Zeit, in der
man glaubte, die Sterne würden sich ausgehend von den Spektraltypen
O und B (frühe Typen) entlang der
Hauptreihe zu Sternen der
Typen K, M, R, N und S entwickeln. Obwohl die Wissenschaft diese Vorstellung
inzwischen widerlegt hat, wird diese Bezeichnung leider noch beibehalten.
- Spektrallinien:
- Im Spektrum von leuchtender gasförmiger Materie auftretende
schmale Linien, die jeweils ganz bestimmten Wellenlängen entsprechen.
Spektrallinien können entweder hell (Emissionslinien) oder
als Absorptionslinien dunkel vor dem hellen Hintergrund des alle
Wellenlängen umfassenden Kontinuums
erscheinen.
- Spektraltypen oder Spektralklassen:
- Schema zur Klassifikation der Sterne anhand ihres Spektrums.
Anfangs wurden die Sterne mit A,B,C,... durchklassifiziert. Als
man jedoch später herausfand, daß man es hier mit einer
abnehmenden Temperaturreihenfolge zu tun hatte, wurden die Sprktralklassen
entsprechend umsortiert und einige doppelt benannte Klassen weggelassen.
Übrig blieb dann die Reihenfolge O, B, A, F, G, K, M. Zur genaueren
Unterteilung jeder eintelnen Spektralkasse wurden noch Unterklassen
von 0 bis 9 eingeführt.
Spektral-
typ |
Beispiel-
stern |
Temperatur |
Beschreibung |
| O5 |
Zeta Pup |
44000 K |
Absorptionslinien (manchmal auch Emissionslinien)
mehrfach ionisierter Atome, besonders des einfach ionisierten
Heliums. Balmer-Linien des Wasserstoffs schwach. Wenig Frauenhofer-Linien.
|
| B0 |
Tau Sco |
30000 K |
Linien des neutralen Heliums stark, He+
verschwindend, Balmer-Serie mäßig stark. |
| A0 |
Wega |
9000 K |
Balmer-Serie in maximaler Stärke. Linien
von Fe+ und Ca+ treten auf, Intensitäten
dieser Linien durch die Spektralklasse A hindurch zunehmend. |
| F0 |
Gamma Vir |
7200 K |
Balmer-Serie wird schwächer aber immer
noch dominierend. H und K Linien des Ca+ zunehmend.
Linien neutraler Metalle treten auf, besonders von Fe. Starke Veränderung
des Gesamtanblicks der Spektren gegenüber den Klassen O,
B, A wegen Zunahme der Zahl der Linien. |
| G0 |
Capella |
6000 K |
Ca+ stark. Balmer-Serie weiter
abnehmend, aber noch mäßig stark. Viele Linien von neutralen
Metallen. Linien von CN und CH treten auf. Ähnelt dem Sonnenspektrum.
|
| K0 |
Arcturus |
5000 K |
Ca+ in maximaler Stärke Linien
von neutralen Metallen und Molekülen sehr stark. Strukturreichtum
der Spektren nimmt durch die Spektralklasse hindurch rasch zu. |
| M0 |
Beta And |
3500 K |
Bandenspektrum des TiO vorherrschend. Starke
Linien neutraler Elemente, besonders Ca. Balmer-Linien sind sehr
schwach. |
Anfangs meinte man, die Sterne würden sich entlang der
Hauptreihe von den heißen O-Sternen
zu kühlen M-Sternen entwickeln. Daher bezeichnet man O- und
B-Sterne leider immer noch als "frühe" Typen und M-Sterne als
"späte" Typen.
Da die Spektralklassen nichts über die wahre
Leuchtkraft eines Sterns aussagen, wurden später noch die sogenannten
Leuchtkraftklassen eingeführt und mit römischen Ziffern
durchnummeriert. Nach abnehmender Leuchtkraft geordnet lauten die
Leuchtkraftklassen:
| Leuchtkraftklassen |
| Ia, Ib |
Helle Überriesen |
| II |
Überriesen |
| III |
Riesen |
| IV |
Unterriesen |
| V |
Hauptreihen- oder Zwergsterne |
| VI |
Unterzwerge |
| VII |
Weiße Zwerge |
Zur Klassifikation eines Sterns gehört also die Angabe von
Spektraltyp und Leuchtkraftklassen. So wird unsere Sonne z.B. als
ein G2V-Stern klassifiziert.
- Spektroskop:
- Instrument zur Analyse des Lichtes von einem Stern oder einem
anderen leuchtenden Objekt. Astronomische Spektroskope werden in
Verbindung mit Teleskopen verwendet. Ohne sie wäre unser Wissen
über die Natur des Universums noch immer sehr rudimentär.
Werden die Geräte zur Photographie von Spektren eingerichtet, heißen
sie Spektrographen.
- Spektroheliograph:
- Instrument zur Photographie der Sonne im Licht nur einer spezifischen
Wellenlänge. Wenn das Gerät zur visuellen Betrachtung
gebraucht wird, heißt es Spektrohelioskop.
- Spektrum:
- a) Zerlegung eines Schwingungsgemisches in Teilfrequenzen.
b) Die Frequenz- bzw. Wellenlängenfolge einer elektromagnetischen
Strahlung, wie sie z.B. beim Durchgang von weißem Licht durch
ein Prisma in Form eines Bandes von Spektrallinien entsteht.
c) bei Teilchen die Verteilung von Teilchenenergien (Zahl der
Teilchen mit einer bestimmten Energie).
- Sphärische Aberration:
- Verwischte Erscheinung eines Bildes in einem Teleskop, verursacht
dadurch, daß Linse oder Spiegel die auf Rand und Zentrum einfallenden
Lichtstrahlen nicht im gleichen Brennpunkt vereinigen. Macht sich
die sphärische Aberration bemerkbar, sind Linse oder Spiegel
von schlechter Qualität und sollten korrigiert werden.
- Spicules:
- Flammenartige Strukturen in der Chromosphäre der Sonne mit
Durchmessern bis zu 16000km, die zwischen 4-5 Minuten lang auftauchen.
- Spin:
- Ein fundamentales Merkmal von Elementarteilchen, welches den
Rotationszustand des Teilchesn beschreibt. Nach den Gesetzen der
Quantenmechanik kann der Spin nur bestimmte Werte annehmen, die ein
ganzzahliges oder halbzahliges Vielfaches der Planckschen Konstante betrangen.
- Spiralarme:
- Typische Strukturelemente bestimmter Galaxien (Spiralgalaxien),
deren Physik noch nicht genau bekannt ist, aber vermutlich im
wesentlichen von Magnetfeldern bestimmt wird.
- Spiralgalaxien:
- "Spiralnebel", Typ regulärer Galaxien, in den die Mehrzahl
der Sterne und Gasnebel in Form von Spiralarmen angeordnet ist,
die meist an gegenüberliegenden Punkten eines nur schwach abgeplatteten
Kerns ansetzten.
- Spiralnebel:
- Veralteter Begriff für eine Spiralgalaxie
- S-Sterne:
- S-Sterne sind Riesen mit Temperaturen wie die M-Sterne; jedoch zeigen ihre Spektren Absorptionsbanden
von Zirkoniumoxid (ZrO), so ähnlich wie die Titanoxid-Banden
bei den M-Sternen. Die Überhäufigkeit von Zirkonium und
Kohlenstoff sowie von vielen schweren Elementen ist das Ergebnis
von konvektiver Durchmischung, die die durch Kernprozesse im Sterninnern
entstandenen Elemente an die Oberfläche transportiert. Deshalb
zeigen viele S-Sterne Spektrallinien des radioaktiven Elements
Technetium.
- Starke Wechselwirkung:
- Stärkste der vier allgemeinen Klassen von Wechselwirkungen
der Elementarteilchen. Sie ist verantwortlich für die Kernkräfte,
welche Protonen und Neutronren im Atomkern zusammenhalten.
- Staub:
- Mikrometer (1/1000 mm) große Partikel von nicht sicher
bekannter Zusammensetzung, vermutlich Kohlenstoff, Eisen oder Silikate.
- Steady-State-Theorie:
- Theorie, nach der das Universum schon immer existiert hat und
für immer existieren wird. Diese Theorie wird heute von fast
allen Astronomen abgelehnt.
- Stern:
- Selbstleuchtender gasförmiger Körper. Die Sonne ist
ein typischer Stern.
- Sternassoziationen:
- Lockere Gruppen von gemeinsam entstandenen, physikalisch ähnlichen
Sternen, die weiniger kompakt als Sternhaufen sind und sich bevorzugt
in den Spiralarmen der Galaxien aufhalten. Man unterscheidet
O-Assoziationen (Gruppe junger, heißer O-Sterne), OB-Assoziationen
(Gebiete im Weltall, wo immer noch massereiche O- und B-Sterne entstehen),
R-Assoziationen (Sterngruppen, die in Reflektionsnebel eingebettet sind)
und T-Assoziationen (Assoziationen aus hauptsächlich jungen,
massearmen Sternen).
- Sternbild:
- Gruppe von Sternen, die nach einer historischen Person, einer
mythologischen Figur, einem Tier oder einem unbelebten Gegenstand
benannt worden ist. Die Namen sind sehr phantasiereich und haben
keine wirkliche Bedeutung. Die Sterne eines Sternbildes sind
nicht wirklich miteinander verbunden und sind willkürlich zusammengefaßt.
Die einzelnen Sterne liegen in unterschiedlichen Entfernungen
zur Erde und liegen nur zufällig in etwa der gleichen Richtung
im Weltraum. Die Internationale Astronomische Union legt 88 Sternbilder
fest.
- Sternhaufen:
- Ansammlung von Sternen, die physikalisch zusammengehören.
Ein offener Haufen kann mehrere hundert Sterne umfassen, normalerweise
zusammen mit Gas und Staub; er besitzt keine bestimmte Form. Kugelhaufen
enthalten Tausende Sterne und haben eine regelmäßige,
kugelsymmetrische Gestalt. Kugelhaufen sind sehr weit entfernt und liegen
meist am Rand der Galaxis. Offene Haufen und Kugelhaufen findet
man auch in anderen Galaxien. Bewegungssternhaufen sind aus weit
auseinander stehenden Sternen aufgebaut, die sich im Weltraum
mit gleicher Geschwindigkeit in die gleiche Richtung bewegen (z.B.
sind fünf der sieben hellen Sterne des Großen Wagens Mitglieder
des gleichen Bewegungssternhaufens).
- Sternpopulationen:
- Zwei Hauptarten von Sternregionen werden unterschieden:
die erste Region, Population 1, enthält einen großen Anteil
interstellarer Materie; die hellsten Sterne dieser Population
sind sehr heiß und weiß. Man nimmt an, daß sich
hier neue Sterne bilden. In Population II sind die hellsten Sterne, die
in ihrer Entwicklung weit fortgeschrittenen Roten Riesen. Hier
existieren fast keine heißen Blauen Riesen, und auch interstellare
Materie ist kaum vorhanden, so daß die Bildung von Sternen
aufgehört zu haben scheint. Obwohl es schwierig ist, scharfe
Grenzen zu ziehen, kann man doch davon ausgehen, daß die Spiralarme
von Spiralgalaxien hauptsächlich zur Population I gehören.
Die Spiralzentren wie auch elliptische Galaxien und Kugelhaufen
sind eher Population II zuzurechnen.
- Sternschnuppe:
siehe Meteor.
- Stratosphäre:
- Schicht in der Erdatmosphäre oberhalb der Troposphäre;
reicht von etwa 11 bis 64 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel.
- Stundenkreis:
- Großkreis an der Himmelskugel, der durch beide Himmelspole
verläuft. Der Null-Stundenkreis entspricht dem Meridian des
Beobachters.
- Stundenwinkel:
- Zeit, die seit dem Meridiandurchgang eines Himmelsobjekts vergangen
ist.
- Sublimation:
- Direkter Übergang eines festen Körpers in den gasförmigen
Zustand unter Überspringen des flüssigen Zustandes.
- Sun-Grazer:
- Kometen, die in ihrem Perihel (sonnennächster Punkt) der
Sonne sehr nahe kommen. Alle Sun-Grazer sind sehr helle, langperiodische
Kometen.
- Supernova:
- Gigantischer Ausbruch eines Sterns nach einem Zusammenbruch (Kollaps)
durch seine eigene Gravitationskraft. Es gibt zwei Typen Supernovae:
eine Supernova vom Typ I zieht die vollkommene Zerstörung
des Weißen Zwerges in einem Doppelstern-System nach sich.
Typ II einer Supernova entsteht durch den Gravitationskollaps eines sehr
massereichen Sterns. Während des Höhepunkts des Helligkeitsausbruchs
kann eine Supernova die Leuchtkraft einer ganzen Galaxis übertreffen.
- Suprafluidität:
- Stoffeigenschaft des flüssigen Heliums. Flüssiges Helium
(4He) zeigt bei Temperaturen unter 2,17K die Eigenschaft,
dass die Wärmeleitfähigkeit unendlich gross und die Viskosität
(Zähflüssigkeit) unendlich klein wird.
- Synchrotronstrahlung:
- Strahlung, die von elektrisch geladenen Elementarteilchen abgestrahlt
wird, die sich mit fast Lichtgeschwindigkeit in einem starken Magnetfeld
bewegen. Diese Teilchen bewegen sich auf schraubenförmigen
Bahnen entlang der magnetischen Feldlinien und senden dabei Strahlung
aus. Je höher die Energie der Teilchen, desto kleiner ist
die Wellenlänge der Strahlung.
- Synodische Periode:
- Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden Oppositionen eines
äußeren Planeten. Bei einem inneren Planeten wird der
Begriff für die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Konjunktionen mit der Sonne (innere Planeten können nie in
Opposition stehen) verwendet.
- Syzygie:
- Stellung des Mondes in seiner Umlaufbahn während Neu- oder
Vollmond.
- Szintillation:
- Sternfunkeln, verursacht durch Konvektion und Turbulenzen in
der Erdatmosphäre. Die Szintillation eines Sterns ist um so
höher, je näher dieser am Horizont steht, weil das
Sternenlicht dort einen langen Weg durch die Erdatmosphäre
zurücklegen muß. Ein Planet, der als kleine Scheibe und nicht
als Punkt am Himmel erscheint, funkelt in der Regel wesentlich
weniger als ein Stern.
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Letzte Änderung: 16.05.2003 |