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Zahlen, Daten und Fakten
Weltraumfahrt , auch Raumfahrt genannt, ist die Entsendung unbemannter und
bemannter Flugkörper in den Weltraum und zu anderen Himmelskörpern.
Die Weltraumfahrt setzt das Vorhandensein von Antriebseinrichtungen
voraus, die sich im luftleeren Weltraum fortbewegen können. Ein derartiges
Fortbewegungsmittel ist die nach dem Rückstoßprinzip arbeitende Rakete.
Die in den Raketen freigesetzte Energie wird beim Raumflug in erster Linie
für die Überwindung des irdischen Schwerefeldes benötigt. Die Schwerewirkung
(Gravitation) eines Körpers ist proportional seiner Masse; sie nimmt mit
dem Quadrat der Entfernung vom Mittelpunkt des Körpers ab. Um das Schwerefeld
der Erde (auf einer Parabelbahn) verlassen zu können, muß ein Objekt auf
die Fluchtgeschwindigkeit von rund 11,2 km/s (2. kosmische Geschwindigkeit)
beschleunigt werden. Bei niedriger Geschwindigkeit bleibt der Raumflugk&
uml;rper im Schwerefeld der Erde. Bei einer Geschwindigkeit kleiner als
11,2 km/s, aber größer als 7,9 km/s (1. kosmische Geschwindigkeit) bewegt
sich der Satellit auf einer elliptischen Flugbahn um die Erde. Bei rund
7,9 km/s bewegt er sich auf einer Kreisbahn um die Erde, ist seine Geschwindigkeit
niedriger, so kehrt der Flugkörper wieder zur Erde zurück. Bei Raumflugmissionen,
die über die Satellitenbahn hinausführen, werden die letzte Stufe der Trägerrakete
und die Nutzlast im allgemeinen zunächst in eine Satellitenbahn gebracht.
Hier wird nach einer bestimmten Verweilzeit das Triebwerk der letzten Stufe
erneut gezündet, um die Nutzlast aus der "Parkbahn" heraus auf Fluchtgeschwindigkeit
zu bringen. Auf diese Weise lassen sich die hohen Anforderungen hinsichtlich
Richtung und Einschußgeschwindigkeit in eine Flugbahn zu einem anderen Himmelskörper
leichter erreichen als bei einer unmittelbaren Beschleunigung von der
Erdoberfl auml;che weg auf Fluchtgeschwindigkeit. Nachdem ein Raumflugkörper
seine Umlauf bzw. Fluchtgeschwindigkeit erreicht hat, vollzieht sich der
weitere Flug antriebslos unter Ausnutzung der kinetischen Energie des Flugkörpers
und der Schwerefelder der Himmelskörper. Es werden allenfalls noch Bahnkorrekturen
durch Zündung der Triebwerke für einige Sekunden bis zu wenigen Minuten
vorgenommen. Mittels Bremsraketen läßt sich die Geschwindigkeit einer Raumkapsel
in der Umlaufbahn vermindern, wodurch sie in weitem Bogen zur Erdoberfläche
zurückkehrt. Beim Wiedereintritt in die dichteren Atmosphäreschichten werden
die Raumkapseln durch Reibungswärme aufgeheizt. Eine spezielle Wiedereintrittsfläche
(schwer schmelzbare Substanzen, Schmelzkühlung), mit der voran die Kapsel
in die dichteren Atmosphäreschichten eindringt, nimmt die Reibungshitze
auf, die über 3.000° C erreichen kann. Die Flughöhen liegen bei Erdumk eisungen
astronomisch gesehen sehr nahe der Erdoberfläche, dennoch sind diese Unternehmungen
insofern als echte Raumflüge anzusprechen, als in der Höhe der Umlaufbahn
die gleichen Zustände wie im Weltraum herrschen (Atmosphärelosigkeit, Strahleneinwirkung,
Schwerelosigkeit, Temperatureinstrahlung) und die Piloten mit allen
Bedingungen und Zuständen einer Weltraumfahrt zu anderen Himmelskörpern
Bekanntschaft machen. Die Aufgabe der eigentlichen Raumkapseln besteht
darin, die für die Piloten lebensnotwendigen Umweltbedingungen zu erhalten.
Sie müssen insbesondere den für die Atmung notwendigen Sauerstoff stellen,
das ausgeatmete Kohlendioxid ausfiltern, die Temperatur innerhalb bestimmter,
für den Menschen erträglicher Grenzen halten und ausreichende Nahrungsmittel
an Bord haben. Als Sicherheitsvorrichtung, meist nur während der Start-
und Wiedereintrittsphasen bemannter Raumfahrzeuge sowie außerhalb davon
bei Arbeit n im Weltraum, tragen die Piloten Raumanzüge. Diese sind (Sauerstoff-)Versorgungs-
und Temperaturkontroll-Vorrichtungen, die den Piloten beim Ausfall der Versorgungsanlage
der Kapsel am Leben erhalten sollen. Verläßt der Pilot die Raumkapsel in
der Umlaufbahn, so dient der Raumanzug (über Leitungen oder mitgeführte Behälter)
unmittelbar der Atem- und Druckgasversorgung des Piloten. Die Weltraumfahrt
dient heute wissenschaftlichen, kommerziellen und militärischen Zielsetzungen.
Die Idee der Weltraumfahrt wurde schon im vorigen Jahrhundert wissenschaftlich
durchdacht und vorbereitet: durch den Russen K. E. Ziolkowski (* 1857, +1935),
den US-Amerikaner R. Goddard (* 1882, +1945; er startete 1926 die erste mit
flüssigen Treibstoffen angetriebene Rakete) sowie den Deutschen H. Oberth
(* 1894). Nach 1945 begann in den USA und der UdSSR die Entwicklung der
modernen Raketentechnik, wobei man auf den Erfahrungen der rein militärisch
ausgerichteten deutschen Großraketenentwicklungen (A- 4; V-Waffen) des 2.
Weltkriegs aufbaute. Der erste künstliche Erdsatellit, Sputnik 1, wurde
im Oktober 1957 in der UdSSR gestartet. Er hatte eine Masse von 84 kg. Im
Februar 1958 folgte der US-amerikanische Satellit Explorer 1. Seitdem wuchs
die Zahl der künstlichen Erdsatelliten ständig. Heute starten neben den
beiden Großmächten auch viele andere Länder (z. B. China, Japan, Großbritannien,
aber auch Indien und Indonesien) und internationale Organisationen (z. B.
ESA) eigene Satelliten. Mehr als 1.700 Nutzlasten (Satelliten und bemannte
Raumschiffe) befinden sich ständig im Weltall; etwa die gleiche Anzahl ist
inzwischen wieder verglüht oder zur Erde zurückgekehrt. Es gelangen jedoch
nicht nur Nutzlasten auf Bahnen um die Erde, sondern auch sog. Weltraummüll,
u. a. Teile abgesprengter Satellitenverkleidungen und Raketenstufen.
Rund 7.150 dieser Objekte befanden sich 1988 im Erdumlauf. Diese Fragmente,
deren Zahl ständig zunimmt, stellen für die Weltraumfahrt eine wachsende
Bedrohung dar. Während anfangs die Satelliten mit zivilen Aufgaben der
Weltraumforschung überwogen, dient heute die Mehrzahl der Satelliten militärischen
oder kommerziell-anwendungstechnischen Zielen. Anwendungstechnische Satelliten
sind die meist auf den 36.000 km hohen Kreisbahnen (geostationäre Bahn
oder 24-Stunden-Bahn) befindlichen Kommunikations-, Wetter - und Navigationssatelliten.
Sie haben heute eine überragende wirtschaftliche Bedeutung. Kommunikationssatelliten
werden immer leistungsfähiger; so soll der 1,8 t schwere Intelsat rund 40.000
Telefonverbindungen und vier Fernsehüberübertragungen
© Letzte Änderung: 01.01.2003 |