Die galileischen Monde des Jupiter


Io
.
Einer der vier Galileischen Monde des Jupiters (Nummer I), der dem Planeten am nächsten steht und mit gutem Grund als der bemerkenswerteste bezeichnet werden könnte. Seine Oberfläche ist hell gefärbt, in roten, orangenen und weißen Schattierungen. Acht aktive Eruptionszentren wurden auf den Bildern identifiziert, welche Raumsonde Voyager 1 beim Vorbeiflug an jupiter zur Erde funkte. Sechs von ihnen waren noch aktiv, als Voyager 2 vier Monate später Jupiter passierte. Die eruptiven Zentren erscheinen als dunkle Flecken. Viele sind von kreisförmigen Halos umgeben, vermutlich von ausgeworfenem Material, auch sind Lavaströme zu erkennen. Die farbige Kruste besteht aus Schwefel und festem Schwefeldioxyd. Man erkennt keine Aufschlagkrater. Wo auch immer sich in der frühen Entwicklungsgeschichte des Mondes welche bildeten, sind sie längst durch Eruptionsmaterial verschüttet. Io ist neben der Erde der einzige Körper im Sonnensystem, bei dem mit Sicherheit vulkanische Aktivität beobachtet wurde. Triton und Enceladus zeigen nur Hinweise auf wahrscheinliche Aktivität, und Venus könnte auch aktiv sein. Die Aktivität von Io wurde aufgrund der starken Gezeitenkräfte vorhergesagt, die Jupiter auf das Innere von Io ausübt. Der Mond ist von einer dünnen Atmosphäre von Schwefeldioxyd umgeben, und ein Ring aus elektrisch geladenen Teilchen - ein Plasmatorus der die Bahn von Io umschließt - umgibt Jupiter.

Europa. Der zweite Mond Jupiters (Nummer II). Die von Voyager 2 zur Erde gefunkten Bilder zeigen eine hell reflektierende Oberfläche, kreuz und quer durchzogen von einem komplexen Netzwerk von dunklen Linien. Nur fünf Aufschlagkrater wurden identifiziert. Einige - wenn nicht alle - der Linien sind vermutlich durch Einreißen oder Brechen der sich ausdehnenden Kruste entstanden. Das Fehlen von Kratern zeigt, daß die Kruste geologisch gesehen noch recht jung ist. Das bedeutet, sie hat sich nach Entstehung des Mondes mehrfach umgeformt. Man nimmt an, daß der Mond aus einem felsartigen Kern mit darüberliegender Eiskruste besteht.



Ganymed. Der dritte Galileische Monde Jupiters (Nummer III) und der größste Mond im Sonnensystem. Voyager 1 und 2 sowie Galileo sandten hochauflösende Bilder zur Erde, die Details bis hinunter zu 3 km Auflösung zeigten. Auf Ganymed existieren verschiedene Gebietstypen, deutlich dunkle Regionen, die stark von Kratern zerfurcht sind, und ein weniger zerfurchtes Terrain, das ca 60% der bisher fotographierten Oberfläche ausmacht. Die dunkleren Gebiete sind wahrscheinlich Überbleibsel der ältesten Kruste. Die Vielfalt der Oberflächenformationen zeigt, daß die Oberfläche sich entwickelt hat. Die Dichte ist etwa doppelt so groß wie die von Wasser. Die Zusammensetzung ist vermutlich zur Hälfte Eis und zur Hälfte aus Silikatgestein. Es ist zur Zeit unbekannt, ob sich diese Materialien überall durchmischt haben oder vielleicht ein Eismantel einen felsigen Kern umgibt.


Callisto. Der vierte Galileische Mond Jupiters (Nummer IV). Er ist der dunkelste der Galileischen Monde und auch mit der gringsten Dichte, was vermuten läßt, daß er einen großen Anteil Wasser enthält. Voyager-Bilder zeigen, daß seine Oberfläche stark von Kratern durchfurcht ist, aber kaum große Strukturen zeigt. Das auffälligste Merkmal ist eine Ringstruktur mit dem Namen Walhalla, die aus einer zentralen hellen Struktur besteht, etwa 600 km im Durchmesser, und im Abstand von 20 bis 100 km von zahlreichen konzentrischen Ringen umgeben ist. Mindestens sieben weitere Vielring-Strukturen hat man auf Callisto gefunden.



Auszug aus Tabelle 11a und b (Tabellen der Astronomie)

Name Entdecker Jahr der Entdeckung Helligkeit
(Vo)a
Mittlerer Abstand vom Planeten (km) Siderische Umlaufzeit
(Tage)
Monde des Jupiters          
Io Galileo
(S. Marius ?)
1610 5,0 421.600 1,769
Europa Galileo
(S. Marius ?)
1610 5,3 670.900 3,551
Ganymed Galileo
(S. Marius ?)
1610 4,6 1.070.000 7,155
Callisto Galileo
(S. Marius ?)
1610 5,6 1.883.000 16,689


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Letzte Änderung: 01.06.2003