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Beobachtungen des Verhaltens von Kometen vom Boden aus zusammen mit dem Untersuchungsergebnissen der Raumsonden, die 1986 den Halleyschen Kometen erforschten, unterstützen die Ansicht, die erstmals etwa 1949 von F. Whipple geäußert wurde, daß die Kometenkerne im wesentlichen einige km große schmutzige Schneebälle sind. Sie scheinen aus gefrorenem Wasser, Kohlendioxyd, Methan und Ammoniak zu bestehen. In dieses Gemisch ist Staub und steiniges Material eingebettet. Wenn ein Komet sich der Erde nähert, beginnt die Aufwärmung durch die Sonne und das Eis verdunstet. Gas wird frei und bildet eine leuchtende Hülle um den Kern, die man Koma nennt. Der Kern selber ist zu klein, als daß man ihn direkt beobachten könnte. Ultrviolette-Beobachtungen von Raumsonden aus haben gezeigt, daß Kometen von riesigen Wasserstoff-Wolken umgeben sind, die viele Millionen km groß sind. Der Wasserstoff handelt es sich um Wasserstoffmoleküle, die durch Sonnenstrahlung, aufgebrochenen wurden. Staub und Gas verlassen den Kometenkern auf der Sonnenseite und strömen weg unter dem Einfluß der Sonne. Elektrisch geladene ionisierte Atome werden direkt vom Magnetfeld des Sonnenwindes weggefegt und bilden den geradlinigen Ionenschweif (die auch Typ I-, Plasma- oder Gas-Schweife genannt werden). Variationen im Sonnenwind verursachen Strukturen im Ionenschweif oder sogar Unterbrechungen in einem Abreiß-Ereignis. Kleine neutrale Staubteilchen werden nicht vom Sonnenwind mitgenommen, sondern sanft durch den Strahlungsdruck der Sonne weggeblasen. Staubschweife (auch Typ II-Schweife genannt) sind oft breit und strukturlos. Die Schweife wachsen bei Annäherung des Kometen an die Sonne, und sie sind immer von der Sonne weggerichtet. Sie können bis zu hundert Millionen km lang sein. Große Staubteilchen werden entlang der Umlaufbahn des Kometen verstreut und bilden Meteorströme, wie z.B. die Eta-Aquariden im Monat Mai, oder die Orioniden im Monat Oktober. Beide sind kometarische Meteorströme. Sie stammen vom Kometen Halley. Trotz ihres oft dramatischen Erscheinungsbildes enthalten Kometen sehr wenig Materie, vielleicht nur ein Millardstel der Masse der Erde. Der Schweif ist so dünn, daß bei einer Umrundung der Sonne vielleicht nur 1/500 der Kernmasse verloren geht. Etwa ein Dutzend neuer Kometen werden jährlich entdeckt. Einige sind kurzperiodisch Kometen auf elliptsichen Bahnen, die zwischen 6 und 200 Jahren für einen Umlauf brauchen. Die meisten sind langperiodische Kometen auf derart exzentrischen Bahnen, daß die Bahnperiode viele tausend Jahre beträgt. Kurzperiodische Kometen kreisen nahe der ekliptischen Ebene, langperiodische Kometen dagegen sind nicht an die Vorzugsebebene des Sonnensystems gebunden. Es gibt Spekulationen, daß fast alle Kometen aus einer kugel-förmigen Wolke stammen, die das Sonnensystem in einer Entfernung von ca. 50.000 AE umgibt. Dieses Reservoir von Kometen nennt man die Oortsche Wolke. Die kurzperiodischen Kometen sind innerhalb des Planetensystems eingefangen worden durch die gravitative Störung ihrer Bahn, die von einer Annäherung an Jupiter herrühren kann. Wenn ein neuer Komet entdeckt oder ein periodischer Komet wiederentdeckt wird, bekommt er eine provisorische Bezeichnung, die aus dem Jahr und einem Kleinbuchstaben besteht, z.B. 1997b für den zweiten Kometen, der 1997 entdeckt wird. Später wenn seine Umlaufbahn berechnet ist, bekommt er eine dauerhafte Bezeichnung mit römischen Zahlen nach der Ordnungszahl des Periheldurchgangs. 1997IV wird z.B. der vierte Komet sein, der 1997 durchs Perihel geht. Neue Kometen werden nach ihren Entdeckern benannt, wobei nicht mehr als drei Namen erlaubt sind, wenn es mehrere unabhängige Entdecker gibt. Die Namen der periodischen Kometen werden durch Voranstellen eines P gekennzeichnet (z.B. P/Halley). Einige wenige Kometen sind benannt worden nach Einzelpersonen, die ihre Bahnen berechnet haben (z.B. P/Halley oder P/Enck) und nach Observatorien oder Satelliten, wenn die Entdeckung im wesentlichen auf die Bemühungen eines Teams zurückgehen. Die letzte und damit endgültige Entscheidung der Namensgebung liegt bei der International Astronomical Union. Deren Zentrale koordiniert die Entdeckungsberichte und Beobachtungen und verteilt die Informationen an die entsprechenden Stellen. Der Komet Halley 1982i ist sicherlich der berühmteste aller Kometen, da er etwa alle 76 Jahre zu sehen ist, also etwa einmal in einem Menschenleben. Bei seinem letzten Periheldurchgang (dem kleinsten Sonnenabstand) 1986 war er in Mitteleuropa kaum zu sehen, doch in den südlichen Teilen der Erde bot er ein beeindruckendes Bild.
Letzte Änderung: 15.05.2003 |