Neptun. Der von der Sonne aus gesehen der achte, große
Planet. In den Jahren zwischen 1979 und 1999 ist er jedoch der neunte,
da Pluto auf einer stark elliptischen Bahn näher an der Sonne ist als Neptun.
Von der Erde aus gesehen ist Neptun ein Objekt der 7. oder 8. Größe und damit mit bloßem Auge nicht sichtbar. Mit starker Vergrößerung und einem großen Teleskop erscheint der Planet als blaue Scheibe, deren Färbung von Methan in der oberen Atmosphäre herrührt. Johann Gottfried Galle entdeckte ihn am 23. September 1846 am Berliner Observatorium, nachdem John Couch Adams im England und Urbain J. J. Leverrier in Frankreich seine Existenz und Position am Himmel unabhängig voneinander vorausgesagt hatten. Ihre Berechnungen basierten auf Differenzen zwischen der vorausgesagten und der tatsächlich beobeachteten Bahn des Uranus seit seiner Entdeckung im Jahre 1781, die sie der Schwerkraftwirkung eines unbekannten Planeten zuschrieben. Im optischen Bereich lassen sich von der Erde aus keine Oberflächendetails ausmachen, lediglich im Infraroten erscheinen helle Flecken. Im August 1989 machte die Sonde Voyager 2 jedoch erstmals Nahaufnahmen von dem Planeten. Neptun ähnelt in mancherlei Hinsicht, etwa in Größe und Aufbau, seinem Nachbarplaneten Uranus. Er besitzt einen kleinen Gesteinskern, der von einem Mantel aus gefrorenem Wasser, Methan und Amoniak umgeben ist. Die Äußere Atmosphäre besteht im wesentlichen aus Wasserstoff sowie 15 bis 20 Massenprozent Helium und geringen Mengen Methan. Im Gegensatz zu Uranus gibt es in der Neptunatmosphäre jedoch zahlreiche wolkenähnliche Gebilde. Das auffälligste ist der Große Dunkle Fleck, der eine ähnliche Ursache zu haben scheint wie der Große Rote Fleck auf Jupiter. Etwa 20° südlich des Äquators rotiert er gegen den Uhrzeigersinn mit einer Periode von 16 Tagen. Oberhalb von ihm bilden sich helle, zirrusähnliche Wolken und weitere, kleine dunkle Flecken. Eine leichte Bandstruktur parallel zum Äquator ist ebenfalls erkennbar. Es gibt zwei wesentliche Wolkenschichten in der oberen Atmosphäre. Die höchste besteht aus Methaneiskristallen, darunter liegt eine durchsichtigere Schicht, die möglicherweise gefrorenes Ammoniak und Wasserstoffsulfit aufweist. Darüber hinaus existiert ein sehr hoch liegender Dunst aus Kohlenwasserstoffen, die durch die Einwirkung des Sonnenlichts auf das Methan entstehen. Voyager 2 registrierte regelmäßige Radioausbrüche. Neptun besitzt also ein Magnetfeld und ist von einer Magnetosphäre umgeben. Die Ausbrüche ereignen sich im Abstand von 16,11 Tagen, was offensichtlich der Rotationsperiode des festen Kerns entspricht. Die atmosphärischen Gebilde rotieren hingegen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und bewegen sich darüber hinaus über verschiedene Breiten hinweg. Windgeschwindigkeiten bis zu 2.200 km/h wurden gemessen.Die Magnetfeldachse ist um 47° gegen die Rotationsachse geneigt. Man vermutet, daß das Magnetfeld eher im Mantel als im Kern entsteht. Aus der insgesamt abgestrahlten Energie ergibt sich eine mittlere Temperatur von 59 Kelvin, die von Ort zu Ort etwas schwanken kann. Bis heute ist unklar, warum Neptun 2,7 mal mehr Energie abstrahlt, als er von der Sonne erhält. Bereits von der Erde aus hatte man bei Sternbedeckungen des Planeten Hinweise auf die Existenz von nicht vollständigen Ringen erhalten. Voyager 2 entdeckte nun vier dünne Ringe, die an einigen Stellen Verdickungen besaßen. Dieses waren die von der Erde aus registrierten Ringfragmente. Darüber hinaus fand man mit der Sonde sechs weitere Monde, so daß die Gesamtzahl zusammen mit den damals bereits bekannten Triton und Nereide auf insgesamt acht anwuchs. Einer der neu entdeckten Monde Proteus, ist mit einem Durchmesser von 400 km sogar doppelt so groß wie Nereide.
Letzte Änderung: 01.06.2003 |
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