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Eine weitere Folge der Lage innerhalb der Erdumlaufbahn sind die Phasen, die Venus, gleich dem Mond, durchläuft. Zum Zeitpunkt ihrer größten Helligkeit und Erdnähe ist die Sichelgestalt schon in einem kleinen Teleskop zu erkennen. Die Oberfläche von Venus ist ständig von dichten, stark reflektierenden Wolken bedeckt, die im sichtbaren Licht nur wenig Strukturen zeigen, im ultravioletten Licht aber eine Bandstruktur aufweisen, einschließlich einer charakteristischen Y-förmigen Struktur. Diese Wolken bestehen aus Schwefelsäure-Tröpfchen. Sie werden durch Einwirkung des Sonnenlichts auf in der Atmosphäre vorhandene Substanzen, wie z.B. Kohlendioxid, Schwefelverbindungen und Wasserdampf, gebildet. Die Atmosphäre besteht überwiegend aus Kohlendioxid (CO²). Der Druck an der Oberfläche ist 90mal höher als auf der Erde. Die außergewöhnlich hohe Oberflächentemperatur von 450°C ist eine Folge des Treibhauseffekts. Venus war in den 70er und 80er Jahren das Ziel zahlreicher sowjetischer und amerikanischer Raumsonden, namentlich der sowjetischen Vebera und Vega Programme und der amerikanischen Pioneer Venus Sonden. Die extremen Temperaturen und Druck stellen erhebliche Schwierigkeiten dar, und viele der Raumsonden wurden entweder schon bevor sie Daten übermittelt hatten bzw. nach relativ kurzer Zeit zerstört. Dennoch war es möglich, die chemische Zusammensetzung einiger Gesteinsproben zu bestimmen und Panoramaaufnahmen der unmittelbaren Umgebung der Landestelle zu übermitteln, die eine wüste Felsenlandschaft zeigen. Die ersten Radarkarten, die von Raumsonden auf einer Umlaufbahn um Venus angefertigt wurden, zeigten, daß der überwiegende Teil der Oberfläche aus ausgedehnten Ebenen mit mehreren großen Plateaus, die Höhen von einigen Kilometern erreichen, besteht. Die beiden größten Hochebenen sind Ishtar Terra auf der nördlichen Halbkugel und Aphrodite Terra in der Äquatorregion. Die Maxwell Montes mit einer Höhe von 11 km über dem mittleren Niveau der Planetenoberfläche sind die höchsten Erhebungen der Venus. 1990 trat die US Raumsonde Magelan in eine Umlaufbahn um die Venus ein und startete ein Programm zur Kartierung der Oberfläche, durch die Verwendung hochentwickelter Radartechnik mit einer wesentlich besseren Auflösung als bis dahin möglich. Zahlreiche Hinweise sowohl auf Einschlagstrukturen als auch auf Vulkanismus in der jüngeren Vergangenheit wurden gefunden. Im Vergleich zum Sonnensystem ist die Venusoberfläche jung: Der älteste Krater entstand vor 800 Millionen Jahren. Dennoch wurde kein Hinweis auf noch aktiven Vukanismus gefunden. Durch die dichte Atmosphäre und hohe Oberflächentemperatur unterscheidet sich die Form der Einschlagkrater erheblich von denen anderer Planeten und Monde. Kleine Meteoriten verglühen vollständig beim Eintritt in die Atmosphäre, so daß es keine kleinen Krater gibt. Das beim Aufprall eines großen Meteoriten ausgeworfene Material fliegt nicht weit und ist um den Krater in aufgeschmolzener Form verstreut. Eine große Anzahl vulkanischer Strukturen konnte identifiziert werden. Lavaströme, kleine Dome mit 2 bis 3 km Durchmesser, große Vulkankegel mit hunderten von km Durchmesser, Coronae und sogenannte Arachnoiden. Die Coronae der Venus sind runde oder ovale vulkanische Strukturen, die von Gebirgskämmen, Rillen und radialen Linien umgeben sind. Sie erscheinen wie eingestürzte Vulkane und unterscheiden sich von allem, was man bisher auf anderen Planeten und Monden gesehen hat. Die Arachnoiden, die diesen Namen aufgrund ihres spinnenähnlichen Aussehen bekommen haben, haben die gleiche Form wie die Coronae, sind aber kleiner. Nach einer anderen Theorie sind die Arachnoiden Vorläufer der Coronae. Die hellen, sich nach außen über viele km ausdehnenden hellen Linien deuten auf Formationen hin, die möglicherweise entstanden sind, als Magma vom Inneren des Planten aufstieg und ein Aufbrechen der Oberfläche verursachte.
Letzte Änderung: 01.06.2003 |
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