Die Sternbilder - Die Jagdhunde

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
Die Jagdhunde Canes Venatici Canum Venaticorum CVn

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
12h 06m bis 14h 07m +52° bis +28° 465



Sternkarte (29kB)

Sternkarte aus J.E. Bodes Sternatlas von 1782 (185 kB)

Sichtbarkeit

In Mitteleuropa ist dieses Stenbild teilweise zirkumpolar. Kulmination um Mitternacht März.

Beschreibung

Canes Venatici, die Jagdhunde - Asterion und Chara wurden 1690 von Hevelius hinzugefügt. Sie werden vom Bärenhüter Bootes bewacht - womöglich, um sie davon abzuhalten, dem Bären um den Himmelspol nachzujagen. Der einzige helle Stern alpha2 (Helligkeit: 2,9mag) wurde vom zweiten königlichen Astronomen Edmond Halley im Gedenken an König Charles I. von England Cor Caroli genannt. Der Stern weist interessante, periodisch auftretende Variationen in seinem Spektrum auf, die wahrscheinlich durch Veränderungen in seinem magnetischen Feld hervorgerufen werden. Er ist 65 Lichtjahre entfernt und 80mal leuchkräftiger als unsrer Sonne. Cor Caroli ist ein leicht zu trennender Doppelstern. Er hat in 19 Bogensekunden Abstand einen 5,5 Grössenklassen hellen Begleiter.

In den Jagdthunden liegt einer der bekanntesten halbregelmäßigen Veränderlichen (Y CVn). Er wurde "La Superba" genannt und liegt ein Drittel der Strecke zwischen Mizar und beta CVn. Diese Stern ist einer der bekanntesten, der roten Sterne. Man kann ihn schon mit bloßem Auge erkennen, aber um die intensiv leuchtend rote Farbe bewundern zu können, sollte man doch einen Feldstecher zu Hilfe nehmen. Y ist einer der "kühlsten" Sterne. Seine Oberflächentemperatur beträgt "nur" ca. 2600K.

Nahe der Grenze zum Grossen Bären liegt die Galaxie M51. Sie wurde 1773 von Messier entdeckt und ist das perfekte Beispiel einer Spiralgalaxie. Ihre Entfernung beträgt ca. 30 Millionen Lichtjahre. Lord Rosse erkannte als erstes 1845 ihre Spriralstruktur.

Schon in einem 6cm-Teleskop kann man unter dunklem Himmel nahe bei M51 eine kleine Galaxie (NGC5195) sehen. Sie steht mit M51 in Wechselwirkung. In einem 20cm-Teleskop kann man erkennen, wie einer der Spiralarme von M51 zu NGC5195 hinüber reicht.

Nicht weit von Cor Caroli entfernt liegt die Spiralgalaxie M94. Sie ist recht klein, aber man kann sie aufgrund ihres hellen, unverkennbaren Kerns relativ leicht finden.

Zwei andere Spiralgalaxien aus Messiers Katalog sind M63 (die Sonnenblumen-Galaxie) und M106. Sie sind ebenfalls schon in einem kleinen Amateurfernrohr zu sehen. M106 wurde erst später in dem Messier-Katalog aufgenommen. Sie mancht auf manchen Photographien den Eindruck einer Balkenspirale. Ihre Form liegt wohl irgendwo zwischen einer normalen Spiralgalaxie und einer Balkenspirale.

M3 ist einer der hellsten Kugelhaufen am Himmel. Er liegt fast auf halbem Wege zwischen Cor Caroli und Arkturus, nahe dem lichtschwachen Stern Beta Comae (Größenklasse 4,6) und ist mit einem Fernglas leicht zu finden, während er mit einem 10cm-Teleskop sogar teilweise in einzelne Sterne aufgelöst werden kann. Wie alle Kugelhaufen ist er sehr weit entfernt - 48000 Lichtjahre - er ist besonders reich an RR Lyrae-Veränderlichen. Die Gesamtmasse wird mit ca. 245000 Sonnenmassen angegeben. Kein Wunder, daß er das Lieblingsmotiv vieler Astro-Amateurphotographen ist! Die Gesamthelligkeit liegt bei ca. 6,4 mag, so daß man ihn bei einem dunklen Himmel schon mit bloßem Auge sehen kann. Messier entdeckte diesen Kugelhaufen im Jahre 1764.


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HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 28.03.2010
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