Die Sternbilder - Der Kentaur

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
Kentaur Centaurus Centauri Cen

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
11h 05m bis 15h 02m -64° bis -30° 1060



Sternkarte (29kB)

Die Sternbilder Wolf (links), Zentauer (rechts) und das Kreuz des Südens (links unten) aus Coelum stellatum von Christoph Semler, Magdeburg 1731 (132 kB)

Sichtbarkeit

Das Sternbild ist unterhalb von 26° Nord vollständig sichtbar. Ab 60° Süd ist das ganze Sternbild zirkumpolar.
Kulmination um Mitternacht Ortszeit: in den Monaten März und April.

Beschreibung

Centaurus ist eines der 48 Sternbilder, die schon Ptolemäus bekannt waren. Alpha und beta sind die Wegweiser zum Kreuz des Südens. Alpha der nach Sirius und Canopus hellste Stern am Himmel. Er ist auch bekannt als Toliman, Rigel Kentaurus oder Rigel Kent. Aber Astronomen nennen ihn einfach alpha Centauri. Es ist ein Dreifachsystem und einer seiner Komponenten, ist der zu uns nächste Stern. Diese Komponente trägt den Namen "Proxima Centauri", was "der nächste im Zentauer" bedeutet. Er ist ein tiefroter Zwergstern (Spektraltyp M5) mit einer absoluten Helligkeit von 15mag. D.h. er ist ca 18000 mal schwächer als unsere Sonne. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei 11 mag. ausserdem ist er ein Veränderlicher (Flare-Stern). Er liegt 2.2 Grad am Himmel von alpha Centauri entfernt und ist nicht leicht zu finden. Alpha selbst ist ein schöner Doppelstern. Seine Komponenten haben die Helligkeiten 0,0 und 1,2 mag. Der erste ist ein gelber G-Stern, aber heller als die Sonne. Der zweite Stern hat den Spektraltyp K und ist der größere der beiden. Er hat aber nur weniger als die halbe Leuchtkraft der Sonne. Die Umlaufperiode beträgt 80 Jahre. Der scheinbare Abstand reicht von 2 bis 22 Bogensekunden, so daß das Paar mit einem kleinen Teleskop leicht aufiulösen ist. Beta, bekannt als Agena oder Hadar, ist ein B-Stern mit einer Entferung von 460 Lichtjahre und 10500fachen Sonnenleuchtkraft. Gamma ist ein Doppelstern mit fast gleichen Komponenten, aber der Abstand beträgt weniger als 1,5 Bogensekunden, so daß man mindestens ein 10 cm-Teleskop braucht, um ihn aufzulösen. Der Mira-Stern R Centauri liegt zwischen alpha und beta. Wenn er am hellsten ist, erreicht er eine Helligkeit von 5,3 mag. Im Minimum dagegen ist er nur 11,8mag hell.

Omega Centauri ist der schönste Kugelsternhaufen am Himmel. Für das bloße Auge sieht er aus wie ein neblieger Flecken. Man findet ihn, wenn man die Linie von Agena nach epsilon Centauri (2,3mag) verlängert. Er ist mit einer Entfernung von etwa 17000 Lichtjahren einer der nächsten Kugelhaufen und enthält wahrscheinlich innerhalb eines Volumens mit einem Durchmesser von 1/10 Lichtjahr über eine Million Sterne.

Es gibt mehrere helle offene Haufen in Centaurus, beachtenswert die zwei neben gamma. Daneben gibt es in Centaurus eine interessante Galaxie, NGC5128. Sie wird von einem dunklen Staubstreifen durchkreuzt, und ist ein ganz dankbares Objekt im Teleskop. NGC5128 hat eine Entfernung von 15 Millionen Lichtjahre. Ausserdem ist sie als eine starke Radioquelle bekannt und trägt daher auch den Namen Centaurus A. 1986 wurde in dieser Galaxie vom australischen Amateur-Astronomen Robert Evans mit einem 32 cm-Reflektor eine helle Supernova entdeckt.

Meteor Schauer: Alpha und Beta Centauriden



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HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 28.03.2010
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