Die Sternbilder - Die nördliche Krone

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
nördliche Krone Corona Borealis Coronae Borealis CrB

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
15h 16m bis 16h 24m +25° bis +39° 179



Sternkarte (29kB)

Sternkarte aus J.E. Bodes Sternatlas von 1782 (185 kB)

Sichtbarkeit

Kulmination um Mitternacht im Mai.

Beschreibung

Corona Borealis ist ein ausgesprochen kleines Sternbild, das nur 180 Quadratgrad am Himmel einnimmt (Bootes nimmt dagegen 900 Quadratgrad ein). Der hellste Stern, alpha oder Alphekka (auch als Gemma bekannt), ist von zweiter Größer und ein Bedeckungsveränderlicher mit ungewöhnlich kleiner Amplitude. Die Hauptkomponente ist etwa 50mal heller als die Sonne, wohingegen das schwächere Mitglied lediglich die doppelte Leuchtkraft der Sonne besitzt. Der tatsächliche Abstand zwischen den Komponenten beträgt weniger als 30 Millionen Kilometer, so daß man sie nicht mehr im Teleskop trennen kann. Die Entfernung dieses Systems beträgt 78 Lichtjahre.

Eta Coronae ist ein enger Doppelstern mit einem mittleren Abstand von einer Bogensekunde. Die Komponenten sind 5,6 und 5,9 mag hell. Die Umlaufzeit beträgt 41,6 Jahre. Eta ist ein nützliches Testobjekt für Teleskope mit 13 cm Öffnung. Daneben gibt es noch eine Komponenten 12,5 mag helle in einem Abstand von 58" und eine 10 mag helle Komponente mit 215" Abstand. Es sind nur "optische" Komponenten, d.h sie sind nicht gravitativ an eta gebunden.

Zeta und sigma sind leicht zu trennende Doppelsterne. Die Helligkeit der 6,3" entfernten Komponenten von zeta beträgt 5,1 und 6,0 mag. Die Komponenten von sigma sind 5,6 und 6,6 mag hell und 7" von einander entfernt.

Beta ist ein spektroskopischer Doppelstern und vom gleichen Typ wie Cor Caroli.

Ein interessanter Veränderlicher ist R Coronae Borealis. Er bedeckt sich gegelmäßig mit Ruß in seiner Atmosphäre. Meistens kann er mit dem bloßen Auge beobachtet werden, doch hin und wieder fällt die Helligkeit des Stern plötzlich auf unter 15. Grösse ab. Es gibt aber auch Zeiten, in denen der Stern lange mit konstanter Helligkeit leuchtet, wie zum Beispiel zwischen 1924 und 1934. R Coronae ist das hellste Mitglied seiner Klasse; außer ihm kann man nur RY Sagittarii mit dem bloßen Auge sehen.

R Coronae kann vorzüglich mit dem Feldstecher beobachtet werden. In der Regel sieht man mit dem Feldstecher zwei Sterne in der Schüssel: R und einen weiteren Stern mit 6,6 mag. Sieht man nur einen Stern, so kann man davon ausgehen, daß sich R gerade "versteckt" hat.

In der Nähe von epsilon, steht T Coronae Borealis (auch als "Blaze Star" bekannt). Normalerweise liegt seine Helligkeit um die zehnte Größenklasse liegt, der aber während der letzten eineinhalb Jahrhunderte zwei Ausbrüche erlebte. 1866 erreichte er 2,2 mag und 1946 3 mag. Weder 1866 noch 1946 konnte man ihn für länger als eine Woche mit dem bloßem Auge sehen. Es lohnt sich jedoch, den Stern weiter zu beobachten, denn wenn die Ausbrüche einigermaßen regelmäßig auftreten, ist im Jahre 2026 der nächste Ausbruch zu erwarten. Spektroskopische Untersuchungen haben gezeigt, daß T Coronae ein Doppelstern ist, der aus einem heißen Stern des Typs B und einem kalten Roten Riesen besteht. Die Ausbrüche scheinen auf der Seite des B-Sterns zu liegen, wohingegen der Riese unregelmäßige Helligkeitsschwankungen mit einer Amplitude von einer Größenklasse zeigt.

In dem Sternbild befindet sich ferner der Mira-Stern S Coronae Borealis, der im Maximum mit dem bloßem Auge gesehen werden kann.

Gamma CrB and eta CrB sind enge Doppelsterne; das erste Paar benötigt etwa 101 Jahre, das zweite 42 Jahre für eine Umkreisung.

Für die Beobachtung mit kleineren Fernrohren ist zeta CrB ein hübsches Paar aus blauen Sternen (5 mag and 6 mag). Nu1 nu2 CrB ist eine weites Paar oranger Riesen 5. Größe, die man am besten mit einem einfachen Feldstecher beobachten kann. Dieses Paar hängt nicht physikalisch zusammen.



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HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 02.04.2010
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