Die Sternbilder - Der Schwan
SichtbarkeitKulmination um Mitternacht (Ortszeit) Ende Juli. BeschreibungCygnus, der Schwan, wird oft wegen seiner Form das Kreuz des Nordens genannt. Der hellste Stern, Deneb, ist ein außerordentlich leuchtkräftiger Überriese, mindestens 70000mal heller als die Sonne. Er ist 1800 Lichtjahre entfernt, so daß wir ihn heute sehen wie er war, als die Römer Britannien besetzten. Gamma Cygni oder Sadr, der mittlere Stern des X, ist ein F8-Typ und ist 6000 mal heller als unsere Sonne. Beta Cygni oder Albireo einer der schönsten gefärbten Doppelstern am Himmel. Die Hauptkomponente ist goldgelb, sein Begleiter leuchtend blau. Der Abstand beträgt mehr als 34", so daß fast jedes kleine Teleskop die beiden Komponenten (einen 3.08 mag hellen roten Riesen und einen 5,11 mag hellen blau-weissen Begleiter) trennen sollte. Die hellere Komponente ist selbst wieder ein doppelt. Sie besteht aus einen K3II und ein B0.5 Hauptreihenstern. Jedoch kann man sie nicht in einem Amateurfernrohr trennen. Der ca. 5 mag helle Stern 61 Cygni ist ebenfalls ein Doppelstern. Ausserdem war 61 Cygni der erste Stern, von dem man seine Entfernung bestimmen konnte. Sie liegt bei 11,1 Lichtjahren. Es gibt mehrere bemerkenswerte veränderliche Sterne im Schwan. Lambda Cygni ist ein Mirastern mit einer Periode von 407 Tagen und einer außergewöhnlichen Amplitude. Im Maximum kann er 3,3 mag erreichen. Dafür sinkt er aber im Minimum unter 14 mag. Da er in einer sternreichen Region liegt, ist er dann nicht leicht zu finden. Lambda ist eine der stärksten Infrarotquellen am Himmel. In der Vergangenheit erreichte P Cyg eine Helligkeit bis zu 3 mag. Normalerweise ist dieser blaue Stern 4.81 mag hell. Der Grund dafür liegt darin, dass P Cyg in Schüben Gasschalen aus seiner Atmosphäre abstösst. Im Spektrum des Sternes fallen eigenartige Linienprofile auf: Statt mehr oder weniger symmetrischen Linien findet man breite Absorpionslinien mit einem Emissionspeak an der langwelligen Seite der Linie. Dieses Linienprofil bezeichnet man als Cygni-Profil. Untersuchungen mit Hilfe von Satelliten haben gezeigt, daß unterhalb von 2000 Angstroem viele O- und B-Sterne diese Art von Linien in ihren Sprektren aufweisen. Dies ist ein derart typisches Phänomen, daß P Cygni einer eigenen Klasse von Sternen seinen Namen gab, die P Cygni Sterne. Jedoch sind diese novaähnlichen Ausbrüche keineswegs typisch für diese Sterne. P Cygni ist daher etwas Besonderes. Von seiner Leuchtkraft her ist P Cyg ein Gigant. Er ist 700000 mal heller als unsere Sunne, und seine Oberflächentemperatur beträgt 19000K. U Cygni und R Cygni sind beide sehr rote, veränderliche Mirasterne. Ihre Helligkeiten schwanken zwischen 5,9 und 12,1 mag bzw. 5,9 und 14,2 mag. Die Periode von U Cygni liegt bei 462 Tagen und die von R Cyg bei 426 Tagen. Ein interessanter Veränderlicher ist SS Cyg. Innerhalb von 50 Tagen zeigt die Helligkeit ein starkes Absteigen bzw. Abfallen. Es kann vorkommen, daß sich die Helligkeit innerhalb weniger Stunden deutlich ändert. Die Milchstraße läuft durch dieses Sternbild und es gibt auffällige dunkle Gebiete, die für die Anwesenheit von absorbierendem interstellarem Staub sprechen. Das Sternbild enthält auch einige Sternhaufen und Nebel. Der offene Sternhaufen M29 befindet sich in der Nähe von P Cyg und gamma. Er ist nicht schwer zu erkennen. M39 liegt nahe bei rho. Er ist auch ein offener Sternhaufen und besteht aus ungefähr 30 Sternen. Man kann ihn schon im Opernglas bzw. einem 6x30 Sucher erkennen. Der planetarischen Nebel NGC 6826 trägt den Spitznamen "Blinzelder Nebel" Je nach dem, ob man ihn direkt oder indirekt anschaut, scheint er sich ein- und auszuschalten. Dieser Nebel besitzt eine Helligkeit von etwa 8 mag und man muß mindestens ein 8cm-Teleskop benutzen, um die blass-blaue Scheibe zu sehen. Er liegt 1,4 Grad östlich von theta Cyg. Ein halbes Grades westlich von diesem Nebel findet man 16 Cyg, einen weiteren Doppelstern, der sich gut für kleine Fernrohre eignet. Der planetarische Nebel NGC 7072 zeigt eine etwas irreguläre Form. Seine vier hellen Verdichtungen machen ihn zu einem interessanten Beobachtungsobjekt. Der diffuse Nebel NGC 6960 ( der "Sturmvogel") bei 52 Cyg markiert die westliche Hälfte eines schwachen Nebels, der manchmal Schleier oder Cirrus-Nebel genant wird. Vor mehr als 50000 Jahren explodierte dort ein Stern als eine Supernova. Heutzutage bildet das nachleuchtende Gas einen großen, kreisförmigen Nebel. Auch der östliche und hellere Teil dieses Nebels besitzt seine eigene NGC Nummer NGC 6992. Er ist eine Herausforderung für ein gutes Fernglas. Man benötigt beste Beobachtungsbedingen, um ihn zu sehen. Mit einem Weitwinkel-Teleskop kann man bei einer geringen Vergrösserung NGC 6992 beobachten. Der gesamte Nebel ist jedoch zu schwach, um beobachtet zu werden; man kann ihn nur auf langbelichteten Photographien im ganzen betrachten. Aber gerade unter den mäßigen Beobachtungsbedingungen hierzulande empfielt sich doch der Einsatz eines OIII-Filters, um den Kontrast des Nebels gegenüber dem Hintergrund zu steigern. NGC7000 ist bekannt als Nordamerikanebel. Mit dem bloßem Auge betrachtet sieht er wie ein etwas hellerer Bereich der Milchstrasse aus. Bei sehr dunklem Himmel (bzw. durch Einsatz eines Nebelfilters) ist er sehr gut zu erkennen. Photos zeigen, daß seine Form tatsächlich eine Ähnlichkeit mit dem nordamerikanischen Kontinent hat. Er hat einen Durchmesser von fast 500 Lichtjahren und wird wahrscheinlich von Deneb zum Leuchten angeregt. Er liegt nahe beim rötlichen Stern xi Cygni. Nahe bei NGC 7000 befindet sich der Pelikan Nebel IC5067. Dieser Nebel ist ebenso wie sein Nachbar extrem lichtschwach, sodass auf alle Fälle ein OIII-eingesetzt werden sollte. Lang belichtete Aufnahmen zeigen, daß NGC7000 und IC5067 interessante Objekte sind. Betrachtet man diese Region in einer dunklen, mondlosen Nacht, entdeckt man, daß hier die Milchstraße in zwei Teile geteilt ist. Eine Staubwolke aus interstellarem Staub absorbiert einen Teil des Sternenlichtes. Diese Spalte ist als Die Cygnus Spalte oder auch als der Nördliche Kohlsack bekannt. In der amerikanischen Literatur spricht man vom "Great Rift". Ebenfalls nahe bei gamma Cyg befindet sich einer der stärksten Radioquellen, die die Astronomen kennen, Cygnus A. Dieses Objekt liegt weit jenseits all dessen, was ein Amateurteleskop noch auflösen kann. Es handelt sich um eine Radiogalaxie von 17. Größe mit einer Entfernung von ca 650 Millionen Lichtjahren. Auf lang belichteten Aufnahmen sieht man ein Paar von faserig aussehender Blasen. Entweder erleidet diese Galaxie gerade eine Explosion oder einen Zusammenstoß mit einer anderen Galaxie. Ein guter Kandidat für ein Schwarzes Loch ist Cyg X-1. Dieses Objekt wurde 1972/73 aufgrund seiner starken Röntgenstrahlung entdeckt. Hochpräzisionsmessungen waren notwendig, um den Stern 9 mag hellen Stern HD 226868 mit der Röntgenquelle zu identifizieren. Dieser Stern ist ein heller Überriese vom Spektraltyp O9,7. Die Linien in seinem Spektrum ziegen periodische Dopplerverschibungen (Periode: 5,6 Tage), als ob der Stern zusammen mit einen unsichtbaren Begleiter um den gemeinsamen Schwerpunkt kreisen würde. Aus der Entferung von 6500 bis 8000 Lichtjahren, der Bahngeschwindigkeit und der geschätzten Masse des Hauptsterns von 20-30 Sonnenmassen, kann man abschätzen, dass der unsichtbaren Begleiter eine Masse von ca. 10 Sonnenmassen haben sollte. Diese Masse ist viel zu gross für einen weissen Zwerg oder Neutronenstern. Daher handelt es sich bei den unsichtbaren Begleiter wahrscheinlich um ein schwarzes Loch. Gas, das auf seinen unsichtbaren Begleiter zuströmt, wird so stark aufgeheizt, daß es Röntgenstrahlung aussendet. Die Signale von Cygnus X-1 zeigen keinerlei Periodizitäten. Sie sind völlig irregulär und variieren im Bereich von Tausendstel von Sekunden. Dies deutet darauf hin, daß es sich um ein sehr kompaktes Objekt handeln muß. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um eine Amateurobjekt. Vom 26. September bis zum 10. Oktober scheint der Meteorschauer October Cygniden aktiv zu sein. Der Meteorschauer der Kappa Cygniden ist vom 26. Juli bis zum 1. September aktiv. Das Maximum scheint um den 18. August zu liegen. Die mittlere Rate beträgt 6 Meteore pro Stunde.
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