Die Sternbilder - Der Drache

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
Der Drache Draco Draconis Dra

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
9h 22m bis 20h 40m +47° bis +81° 1083



Sternkarte (29kB)

Sternkarte aus J.E. Bodes Sternatlas von 1782 (185 kB)

Sichtbarkeit

In Mitteleuropa zirkumpolar. Kulmination um Mitternacht im Mai.

Beschreibung

Draco, der Drache, ist ein großes Sternbild, das mehr als 1000 Quadratgrad des Himmels einnimmt, aber keine hellen Sterne enthält. Er beginnt etwa zwischen den Polaris und alpha Ursae Maioris, windet sich um den Kleinen Bären, erstreckt sich bis Cepheus und dann weiter in Richtung Leier. Sein "Kopf" ist nicht weit entfernt von der Wega, er ist der bekannteste Teil des Sternbildes. Der Kopf setzt sich aus gamma (Eltamin), beta, ny und xi zusammen.

In der Nähe von delta liegt der etwas schwächere Doppelstern epsilon. Der Hauptstern hat den Spektraltyp G8 und eine scheinbare Helligkeit von 3,8 mag. Sein 7,4 mag heller Begleiter ist vom Spektraltyp K5 leigt etwa 3 Bogensekunden vom Hauptstern entfernt.

Eltamin ist ein gewöhnlicher, orangefarbener Stern, 100 Lichtjahre entfernt und 107mal so hell wie die Sonne. Eltamin war für Bradley ein geeignetes Ziel, um nach Sternparallaxen zu suchen. Er fand heraus, daß es eine Verschiebung gab, die aber zu groß war, um einer Parallaxe zu gerechnet werden zu können - dies führte zur Entdeckung der Aberration des Lichts. Das ist eine scheinbare Verschiebung eines feststehenden Objektes, wenn es von einem sich bewegenden Objekt aus beobachtet wird.

Der Doppelstern my Dra stellt ein gute Testobjekt für ein 6cm-Fernrohr dar. Das Paar besteht aus zwei 5.83 mag und 5.80 mag hellen F7 Hauptreihensternen, die 1,9" von einander entfernt sind. Mit einer guten Optik sollte man dieses Paar trennen können.

Bei ny handelt es sich um einen besonders weiten Doppelstern mit gleichhellen Komponenten (Helligkeiten: 4.88 bzw. 4.87mag und Spektraltyp A6V bzw A4m). Menschen mit besonders guten Augen behaupten, sie könnten die beiden Sterne schon mit bloßen Auge trennen. Mit einem Fernglas erkennt man die beiden Komponenten ganz deutlich. Die beiden Sterne bewegen sich gemeinsam durch den Weltraum. Die tatsächliche Entfernung zwischen ihnen beträgt 350000 Milliarden km. Jede Komponente ist ungefähr 9 mal leuchtkräftiger als die Sonne.

Schon ein kleines Teleskop genüg, um 4,66 mag hellen K-Stern omicron aufzulösen. Sein blauer Begleitstern ist von 7.8 Größe und 34" entfernt.

Sigma Draconis oder Alrakis mit der Größe 4,68 ist einer der uns am nächsten stehenden, mit bloßem Auge erkennbaren Sterne; seine Entfernung von der Erde beträgt weniger als 19 Lichtjahre. Er ist ein Zwerg vom K-Typ und bei weitem nicht so leuchtkräftig wie die Sonne. Der Stern alpha Draconis (Thuban) war zur Zeit des Pyramidenbaus der Nordpolarstern. Seitdem ist der Himmelsnordpol aus dem Drachen in den Kleinen Bären gewandert. In der Zukunft wird er durch dem Cepheus und dem Cygnus ziehen und in 12000 Jahren die Leier erreichen - doch die Wega wird dem Pol nie so nahe stehen wie gegenwärtig der Polarstern. Der Pol wird dann weiter durch den Herkules ziehen, zum Drachen zurückkehren und schließlich wieder nahe an Thuban vorbeiwandern. Obwohl Thuban mit dem griechischen Buchstaben alpha bezeichnet wird, ist er nicht der hellste Stern im Sternbild; er ist gut eine Größe schwächer als gamma. Seine Entfernung beträgt 230 Lichtjahre, und seine absolute Helligkeit ist 150mal so groß, wie die der Sonne.

Ein gutes Fernglas könnte genügen, um psi Dra zu trennen. Mit kleinen Fernrohren sieht man die beiden Sterne 5. und 6. Größe in einem Abstand von 30".

Ein schönes Dreifachsystem ist 16-17. Im Fernglas sieht man zwei blau-weiße Sterne 5. Größe. Betrachtet man sie mit einem Teleskop taucht noch ein dritter Stern von 7. Größe nahe an einem der ersten beiden Sterne auf.

Ein wirklich eindrucksvolles Dreifachsystem stellt 39 Dra dar. Mit einem Feldstecher kann man zwei Sterne (5,0 und 7,8 mag hell) in einem abstand von 89" sehen. In einem Teleskop zeigt sich ein dritter Stern (Helligkeit: 7,2 mag) nahe an der helleren Komponente (Abstand: 21").

Ein weiteres, leicht zu beobachtendes Paar ist 40-41 Dra. Die beiden gelb leuchtenden Sterne zeigen Helligkeiten um die 6. Grössenklasse und haben einen Abstand von ca. 19". Die Position ist etwa RA=18h und DECL=+80 Grad.

Mitten zwischen delta und zeta liegt der 8,8 mag helle planetarische Nebel NGC6543, eines der interessantesten Objekte im Drachen. Er ist klein und relativ hell umd besitzt einen Zentralstern der Größe 9,6. Schaut man durch ein kleines Teleskop, sieht er aus wie "eine leuchtende Scheibe" und ähnelt einem "verschwommenen Stern". Erst mit stärkeren Teleskopen enthüllt sich die innere Struktur: eine helle irregulär geformte Helix. Viele Beobachter haben behauptet, er sei bläulich. Dieser Nebel war der erste, der spektroskopisch untersucht wurde (1864 von William Huggins). Huggins erkannte sofort, daß das Spektrum von einen Objekt stammte, das sich möglicherweise gar nicht aus Sternen zusammensetzt. Sein tatsächlicher Durchmesser beträgt ungefähr ein Drittel Lichtjahre. Der Zentralstern ist mit einer Oberflächentemperatur von ca. 35000K besonders heiß. Die Entfernung wird mit 3000 Lichtjahren angegeben. Vermutlich ist er erst vor 1000 Jahren entstanden, als der Zentralstern einen Großteil seiner äußeren Gashülle explosionsartig abgestossen hat. Da NGC6543 in Mitteleuropa zirkumpolar ist, kann man ihn das ganze Jahr hindurch beobachten.

Bei RA=17h 04m 40.3s und Dekl.=+60· 44' 36' liegt der Quasar 3C 351. Er besitzt eine Helligkeit von 15.3 mag und eine Rotverschiebung von z=0.371. Dieses lässt auf eine Entfernung von etwa 7 Milliarden Lichtjahren schliessen.

Vom 6. bis zum 10. Oktober ist der Meteorschauer der Draconiden activ. Dieses Meteor-Schauer wird mit dem Kometen Giacobini-Zinner in Verbindung gebracht und zeigt ein scharf definiertes Maximum am 9. Oktober.

Mitte Januar scheint der Schauer der Januar Draconiden aktiv zu sein. Es gibt nur wenige Hinweise auf die Existenz dieses Schaueres.

Die Eta Draconiden fallen vom 22. März bis zum 8. April. Das Maximum der Schauertätigkeit tritt zwischen dem 29. und dem 31. März auf.

Vom 13. März bis zum 17. April kann man die Tau Draconiden beobachten. Das Maximum hier tritt Ende März/Anfang April auf.

Zwei weitere unauffällige Meteorströme sind die September Eta Draconiden und der Omicron Draconiden.


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HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 02.04.2010
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