Die Sternbilder - Die Wasserschlange

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
Wasserschlange Hydra Hydrae Hya

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
8h 11m bis 15h 02m -35° bis +6° 1303



Sternkarte (29kB)

Sternkarten aus J.E. Bodes Sternatlas von 1782 (185 kB)

Sichtbarkeit

Kulmination um Mitternacht: März (Kopf der Wasserschlange) bis Anfang Mai (Schwanz der Wasserschlange).

Beschreibung

Hydra erstreckt sich über 1303 Quadratgrad und ist damit das größte Sternbild am ganzen Himmel. Sie bekam diesen Rang erst, als das alte sperrige Argo Navis aufgeteilt wurde. Die einzigen Sternbilder, die sich außer Hydra über mehr als 1000 Quadratgrad erstrecken, sind Virgo (1294), Ursa Maior (1280), Cetus (1232), Eridanus (1138), Pegasus (1121), Draco (1083) und Centaurus (1060). Am Ende der Reihe steht das Kreuz des Südens mit nur 48 Quadratgrad.

Trotz ihrer Größe ist Hydra nicht deutlich sichtbar. Nur ein Stern liegt über der dritten Größenklasse und nur zehn weitere über der vierten. Das einzige Muster, das leicht zu erkennen ist, ist der Kopf, bestehend aus zeta, epsilon delta und eta. Neben Procyon und Regulus ist der Kopf einfach zu finden, doch es gibt nichts weiter Auffälliges an ihm.

Der einzige helle Stern ist alpha (Alphard). Da er in einer so sternarmen Gegend liegt, ist er auch einfach zu erkennen. Alphard wird deshalb auch der Einsame genannt. Er besitzt ein Spektrum des Typs K und hat eine auffallend rötliche Farbe. Er ist 85 Lichtjahre entfernt und 115mal heller als die Sonne.

Während der 1830er Jahre betrachtete John Herschel vom Kap der Guten Hoffnung aus die weit im Süden liegenden Sterne. Auf seiner Heimreise machte er einige Beobachtungen Alphard betreffend, und er erkannte, dass er ein veränderlicher Stern war. Dies ist nie bestätigt worden. Heute erscheint das Licht Alphards konstant zu sein. Es mag sich dennoch lohnen, den Stern weiter zu beobachten. Es gibt keine geeigneten Vergleichssterne. Sollte es irgend welche Schwankungen geben, so beschränken sich diese auf ein Zehntel Größenklassen.

Es gibt einen interessanten Veränderlichen in dem Sternbild, nämlich R Hydrae in der Nähe von gamma, der aber zu tief steht, um von Europa oder dem Norden der USA aus erfolgreich beobachtet zu werden. Als Maximum kann er vierte Größe erreichen, und er fällt nie unter 10 mag. Er ist aber kein typischer Mira-Stern, da sich seine Periode während der letzten Jahrhunderte geändert hat. Zuerst betrug sie 500 Tage, während der 30er Jahre unseres Jahrhunderts fiel sie auf 425 Tage und der letzte offizielle Wert ist 390 Tage. Wir scheinen es also mit einem ständigem Wandel im Entwicklungszustand des Sterns zu tun zu haben. Jede Beobachtung ist wertvoll, da es keinen Grund zu der Annahme gibt, daß die Verkürzung der Periode abgeschlossen ist.

U Hydrae, der mit ny und my ein Dreieck bildet, ist ein halbregelmäßiger veränderlicher Stern. Wie alle Sterne des Typs N ist auch U Hydrae sehr rot.

Epsilon Hydrae ist ein Mehrfachsystem. Die beiden Hauptkomponenten sind einfach zu trennen. Der Primärstern ist ein sehr enger Doppelstern mit einer Umlaufzeit von 15 Jahren. Ein dritter und möglicherweise ein vierter Stern teilen dessen Bewegung im Raum. Beta ist ein Doppelstern, der nur schwer getrennt werden kann. Er liegt unter der vierten Größe und ist damit um über eine Größenklasse schwächer als gamma, zeta oder ny.

Es gibt drei Messier-Objekte im Sternbild der Hydra. M48 ist ein offener Sternhaufen am Rande des Sternbildes, nahe an der Grenze zu Monoceros gelegen. Mit dem bloßen Auge kann man ihn gerade noch sehen, aber er ist nicht leicht zu identifizieren. Seine scheinbare Gesamthelligkeit beträgt 5,8 mag, so dass er mit dem bloßem Auge wohl nur bei exzellenten Sichtbedingungen erahnt werden kann. Mit dem Feldstecher ist er jedoch problemlos zu erkennen. M68 ist ein kugelförmiger Haufen, der ca. 39000 Lichtjahre entfernt ist und genau südlich von beta Corvi und zwischen gamma und beta Hydrae liegt. M83, südlich von gamma an der Grenze zwischen Hydra und Centaurus, ist eine Spiralgalaxie, ca. 8,5 Millionen Lichtjahre entfernt und damit nicht weit ausserhalb der Lokalen Gruppe. In einem 10cm-Teleskop ist sie bereits deutlich zu sehen. Ausserdem ist diese Galaxie auch ein beliebtes Photomotiv. Dabei ist M83 am besten von der südlichen Hemisphäre aus zu sehen. In den letzten Jahren sind mehrere Supernovae beobachtet worden.

Es gibt auch einen planetarischen Nebel, NGC3242, der mit dem Spitznamen "der Geist des Jupiter" versehen wurde, weil er aus einem relativ hellen ovalen Ring und einem Zentralstern zwölfter Größe besteht. Der ganze Nebel erscheint in einer bläulich-grünen Farbe. Er bildet mit ny und my ein Dreieck, so daß Beobachter der nördlichen Hemisphäre ihn gut sehen können. NGC3242 ist 1900 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat eine Helligkeit von 7,8 mag. Zwei Sternbilder, die heute abgeschafft sind, grenzen an Hydra. Noctua, die Nachteule, lag in der Nähe von gamma, und Felis, die Katze, schmiegte sich südlich von lambda an den Körper der Wasserschlange. Im allgemeinen stiften diese kleinen und schwachen Sternbilder nur Verwirrung auf den Sternkarten; andererseits muss man mit Bedauern feststellen, daß wir von der Eule und dem Schmusekätzchen Abschied nehmen mussten!


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HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 02.04.2010
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