Die Sternbilder - Die Leier
SichtbarkeitBeschreibungLyra ist ein kleines Sternbild, das aber reich an interessanten Objekten ist. Alpha (Wega) ist nach Arcturus der hellste Stern am Nordhimmel. Wega ist an der stahlblauen Farbe zu erkennen, er ist 26 Lichtjahre entfernt und 52mal heller als die Sonne. 1983 zeigten Beobachtungen von dem Infrarot-Astronomie-Satelliten IRAS, daß Wega von einer Wolke kalten Materials umgeben ist, aus der sich vielleicht ein Planetensystem bilden könnte. Dennoch wäre es sicherlich verfrüht zu behaupten, daß dort tatsächlich Planeten existieren. Der schwacher Begleiter von Wega in 60 Bogensekunden Entfernung liegt nur zufällig in fast der gleichen Sichtlinie, es gibt keine echte Verbindung.
Beta Lyrae (Scheliak) ist ein Bedeckungsveränderlicher. Bei ihn handelt es sich um einen halbgetrennten Doppelstern (d.h. ein Stern füllt sein Rochevolumen aus). Er ist der Prototyp einer ganzen Klasse von Bedeckungsveränderlichen. Die Periode von beta beträgt 12 Tagen und 22 Stunden. Seine Helligkeitsschwankungen (3,4 bis 4,3 mag) sind gut zu verfolgen, da der benachbarte gamma (3,24 mag) ein ideales Vergleichsobjekt darstellt. Im Minimum sind in kappa (4,3 mag), delta (auch 4,3 mag) und zeta (4,4 mag) gute Vergleichssterne. In Teleskopen entpuppt sich beta als Doppelstern. In einem Abstad von 45" befindet sich ein 7,2" heller Begleiter des Typs B7.
R Lyrae ist ein halbregelmäßiger Veränderlicher, mit einer intensiven roten Farbe und einer ungefähren Periode von 46 Tagen. Nützliche Vergleichssterne sind eta und theta, deren scheinbare Helligkeit jeweils bei 4,4 mag liegt.
Ein anderer veränderlicher Doppelstern ist delta Lyr. Mit Hilfe eines Fernglases kann man den blau-weißen Stern 6. Größe und seinen semi-regulären Begleiter, einen roten Riesen, trennen. Die Helligkeit des letzteren ändert sich willkürlich von vier zu füf Magnituden.
Nahe bei Wega liegt epsilon Lyrae, ein großartiges Beispiel für einen Vierfachstern. Menschen mit sehr guten Augen können zwei der Komponenten auseinanderhalten, während ein 8 cm-Teleskop ausreicht um zu zeigen, daß jede Komponente wieder doppelt ist.
Es lohnt sich, ein Fernglas zu benutzen, um das Paar, bestehend aus delta1 und delta2, anzusehen. Hier besteht ein guter Farbkontrast, denn der hellere Stern ist ein Roter M-Riese, der schwächere ist weiß. Zeta ist ein weiter Doppelstern. M57, der Ringnebel, ist der berühmteste aller planetarischen Nebel, wenn auch nicht der hellste. Er ist sehr leicht zu finden, weil er zwischen beta und gamma liegt. M57 ist schon in einem 6cm-Teleskop zu sehen - er sieht dann aus wie ein unscharf eingestellter Stern. Der Kugelhaufen M56 ist schon mit einem Fernglas zu erkennen. er liegt zwischen gamma Lyrae und P Cygni und ist sehr weit entfernt: Seine Entfernug beträgt über 40000 Lichtjahre.
Zwischen beta Lyr and gamma Lyr liegt M57, der berühmteste aller planetarischen Nebel. Manchmal wird er auch "der Ringnebel in der Leier" genannt. Betrachtet man M57 mit einem Amateur Teleskop, so ist der Beobachter vielleicht etwas enttäscht, denn in einem 6cm-Teleskop sieht er aus wie ein unschafer Stern 9. Größe. Um seine ringform sehen zu können, sollte man schon ein 15cm-Teleskop nehmen. Im Zentrum des Nebels befindet sich ein weisser Zwerg 15. Grösse. Er ist nur in grossen Teleskopen zu sehen,
Drei Meteorschauer kommen aus diesem Sternbild: die Juni Lyriden und die Alpha Lyriden. Die letzten beiden sind im Sommer aktiv. Die Alpha Lyriden kann man vom 9. bis zum 20. Juli beobachten. Ihr Maximum liegt am 14. Juli. Wie der Name vermuten läßt, treten die Juni Lyriden im Juni auf, vom 10. bis zum 21. Juni, wobei das Maximum mit 8 Meteoren in der Stunde am 15. Juni stattfindet. Die Lyriden kann man vom 16. April bis zum 25. April sehen; das Maximum der Schauertätigkeit tritt um den 20. und 21. April auf.
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