Die Sternbilder - Der Orion
SichtbarkeitBeschreibungOrion, der Jäger, isteines der prächtigsten Sternbilder am Himmel. Die beiden hellsten Sterne sind sehr unterschiedlich. Obwohl er beta heißt, ist Rigel der hellere und ist etwa 60000 mal so hell wie unsere Sonne. Er ist ca. 900 Lichtjahre entfernt. Wäre er uns so nahe wie Sirius, so hätte er eine scheinbare Hellikgkeit von -10 mag. Rigel hat in 9" Abstand einen 6,8 mag hellen Begleiter. Dieser wäre leicht zu sehen, würde er nicht von Rigel überstrahlt. Trotzdem kann man ihn schon mit einem 8cm Teleskop bei guten Bedingungen sehen. Der Begleiter ist selbst ein enger Doppelstern und 150mal so hell wie die Sonne. alpha (Beteigeuze) rangiert offiziell zwischen 0,4 und 0,9 Helligkeit, aber es scheint sicher, daß er manchmal fast so hell wie Rigel (0,1 mag) werden kann. Gute Vergleichssterne sind Procyon und Aldebaran, aber es muß beim Beobachten die atmosphärische Extinktion berücksichtigt werden. Der scheinbare Winkeldurchmesser von Beteigeuze ist größer als der irgendeines anderen Sterns ausser der Sonne, und moderne Techniken ermöglichen es, Details auf seiner Oberfläche abzubilden. Die Hauptsterne des Sternbilds sind gamma (Bellatrix), kappa (Saiph) und die drei Gürtelsterne: delta (Mintaka), epsilon (Alnilam) und zeta (Alnitak). Bellatrix ist 2200mal so hell wie die Sonne. Alle anderen Sterne sind mehr als 20000mal so hell wie die Sonne und 1000 Lichtjahre entfernt. Die absolute Helligkeit von Saiph ist nicht geringer als die von Rigel, aber Saiph ist auch wesentlich weiter von uns entfernt (2200 Lichtjahre). Mintaka ist ein Bedeckungsveränderlicher mit sehr kleinen Helligkeitsschwankungen (2,20 bis 2,35 mag). Sowohl Mintaka als auch Alnitak haben Begleiter, die gute Teleskop-Objekte sind. Sigma, im Schwert des Orion, ist ein berühmter Mehrfachstern. Der Vierfachstern theta (das "Trapez") ist es, der den berühmten Orion-Nebel M42 zum Leuchten anregt. Mehr dazu siehe Monatsthema Januar 99 "Der große Orionnebel". M43 (ein kleiner Ausläfer von von M42) und M78 (nördlich des Gürtels) sind in Wirklichkeit nur die hellsten Teile einer großen Nebelwolke, die sich fast über den ganzen Orion hinzieht. Andere einfache Doppelsterne sind iota und lambda. Der rote halbregelmäßige Veräanderliche W Orionis liegt im selben Fernglasgesichtsfeld wie pi6 (Helligkeit 4,5), dem südlichsten einer Reihe von Sternen, die aus irgendeinem Grund alle pi heißen. Er ist vom Spektraltyp N und stets im Fernglas sichtbar. An seiner Farbe kann man ihn gut erkennen. Er ist tatsächlich röter als Beteigeuze, allerdings ist die Farbe nicht beeindruckend, da der Stern viel schwächer ist. U Orionis, an der Grenze von Onon und Taurus, ist ein Mira-Stern, der in seinem Maximum sogar mit blossem auge zu sehen ist. Jedes Jahr erreicht um den 21. Oktober der bekannte Meteorschauer der Orioniden seinen Höhepunkt. Aus der Richtung des Sternbildes der Zwillinge kommend kann man bis zu 20 Meteore beobachten. Die Chi Orioniden sind Anfang bis Mitte Dezember aktiv.
HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 07.04.2010 © Lexikon der Astronomie |