Die Sternbilder - Der Schütze
SichtbarkeitBeschreibungBei den Amerikanern wird dieses Sternbild auch "teapot" genannt In diesem Sternbild liegt das Zentrum unserer Milchstrasse. Jedoch bleibt uns der Blick darauf durch davorgelagerte Dunkelwolken versperrt. Weil der Schütze das südlichste der Tierkreissternbild ist, kann man es von Mitteleuropa aus nicht besonders gut beobachten (es steht immer nur tief über dem Horizont). Die hellsten Sterne sind epsilon, sigma, alpha und beta. Beta oder Akrab ist ein optischer Doppelsternsystem. Die beiden Sterne sind mit bloßem Auge aufzufinden. Die Hauptkomponente ist ein B9 Hauptreihenstern von 4.01 Magnituden und sein Begleiter ein Fd2 Riese mit 4.29 Magnituden. Betrachtet man sie durch ein kleines Fernrohr, so zeigt sich bei dem nördlicheren Stern, beta1 Sgr, ein weiterer Stern 7. Größe. Zeta oder Ascella ist ein enger, schwer zu trennender Doppelstern. Die Komponenten sind nahezu identisch, und die Umlaufsdauer beträgt 21 Jahre. Der Abstand liegt 0,3 Bogensekunden, daß heißt, es ist ein Teleskop von mindestens 38 cm nötig, um das Paar aufzulösen. Benutzer von Teleskopen dieser Größe haben hier ein gutes Testobjekt. Ein Testobjekt für ein 8cm-Teleskop ist 21 Sgr. Vielleicht kann doch eine 10cm-Teleskop notwendig sein, um die Komponenten von 21 Sgr bei einem Abstand von 1,8" zu trennen. Das orange-grüne Paar zeigt Helligkeiten von 5.0 und 8.3 Magnituden. RY Sagittani, im südlichen Teil der Konstellation ist ein R Coronae Borealis-Stern. Normalerweise hat er eine scheinbare Helligkeit von 6 mag, fällt aber manchmal bis auf 15. Grössenklasse ab. Auch einige veränderliche Sterne des Cepheiden Typs findet man in diesem Sternbild: W Sgr ist ein Überriese. Seine Helligkeit variiert alle sieben Tage und vierzehn Stunden zwischen 4.4 und 5.0 Magnituden. Der Überriese U Sgr (Spektraltyp G1.5Ib) befindet sich nahe am Zentrum von M25. Die Helligekeit dieses Cepheiden schwankt alle sechs Tage und 18 Stunden zwischen 6.3 und 7.1 Magnituden. X Sgr ist ein F2 Heller Riese. Seine Helligkeit pendelt im sieben Tage Rhythmus zwischen 4.3 und 4.9 Magnituden. Sagittanus hat sehr viele Sternhaufen und Nebel. Die Sagittarius Sternenwolke M24 ist streng genommen eigntlich kein Himmelsobjekt, sondern eine großes Sternenfeld, obwohl sie in seinem nördlichen Teil den offenen Haufen NGC6603 enthält. Sie ist ein Teil unserer Miclhstraße. Dem bloße Auge erscheint ein nebelhafter Fleck, in größeren Fernrohren jedoch bietet sich ein atemberaubender Anblick der Sternenwolke. M20 und M8 sind nicht weit von lambda und my entfernt. Man sieht diese Nebel als weiße Flecken im Fernglas. Der berühmte Lagunen Nebel M8 ist wahrscheinlich der schönste der diffusen Nebel in diesem Sternbild und einer der herrlichsten am Himmel überhaupt. Da er eine Helligkeit von 6 mag beistzt, ist er so gerade noch mit dem bloßen Auge in einer dunklen Nacht zu erkennen. Ferngläser und kleine Teleskope zeigen einen offenen Sternhaufen innerhalb dieses Nebels, NGC 6530. Er besteht aus 25 Sternen 7. Größe und schwächer. Richtet man ein Fernrohr mit einer Öffnung von mindestens 75mm auf den Nebel, so kann man die dunkle Staubgasse erkennen, die dem Nebel seinen Namen gab. M20, genannt Trifid Nebel, erhielt seinen Namen von den drei Staubstreifen, die den Nebel in drei Bereiche teilen. Diese Struktur läßt sich jedoch nur mit großen Teleskopen beobachten. Kleine Fernrohre zeigen lediglich die hellen Sterne im Herzen des Nebels. Erst Photographien bringen ihre ganze Schönheit zum Vorschein. In der Nähe von M20 liegt der leicht aufzulösende offene Sternhaufen M21. M17, im nördlichen Teil des Sternbilds, ist bekannt als Omega-, Schwan- oder Hufeisennebel. In kleinen Teleskopen erscheint er wie ein Kometenschweif. Auf einer Seite sieht man einige Sterne glitzern. Sie bilden einen Mini-Sternhaufen und gehören zu dem Nebel. Mit größeren Teleskopen erkennt man die gewundene Form. Der offene Sternhaufen M18 hat ein sehr loses Erscheinungsbild, da seine etwa 20 Sterne über ein Gebiet von 0.2 Grad am Himmel verstreut liegen. M18 läßt sich am besten mit einen Ferngals beobachten. M21 scheint das Gegenteil von M18 zu sein; dieser Sternhuafen weist eine starke Konzentration zum seinem Zentrum auf. M23 ist ein hervorragendes Objekt für Ferngläser. Der Sternhaufen bedeckt etwa 0.5 Grad am Himmel. Mit kleinen Fernrohren kann man einiger der etwa 100 Sterne, die zu diesem Haufen gehören, auflösen. Etwa 50 Sterne von 6. Größe und schwächer bilden den Sternhuafen M25. Auch bei diesem handelt es sich um ein geeignetes Objekt für die Verrwendung von Fernglaäsern. Von den Kugelhaufen ist besonders M22 ein besonders schöner Anblick am Himmel. Er war das erste Mitglied dieser Klasse, das entdeckt wurde (schon im Jahr 1665 von Abraham Ihle). Da er sogar heller ist als der berühmte Herkules Kugelsternhaufen, M13, kann man ihn auch mit bloßem Auge erkennen. Man sollte beachten, dass sich dieser Sternhaufen lediglich ein Grad von der Eklpitik entfernt befindet. Daher können recht häufig Planeten in seiner Nähe beobachtet werden. Nahe bei zeta Sgr befindet sich der Kugelsternhaufen M54. Obwohl er hell ist, übersieht man ihn leicht in Ferngläsern. Aufgrund seiner sehr kompakten Form wird er schnell mit einem Stern verwechselt. Im Jahr 1994 machte man die sensationelle Entdeckung, daß dieser Sternhaufen nicht zu unserer Galaxie gehört, sondern zu der Sagittarius Elliptischen Zwerg Galaxie. Ein großer, aber lose erscheinender Kugelsternhaufen ist M55. Er läßt sich mit bereits mit einem Fernglas beobachten. Andere Kugelsternhaufen im Sagittarius sind M28, M69, M70 und M75. Der 9,9 mag helle planetarische Nebel NGC6818 zeigt eine irreguläre ovale Gestalt. Er hat einen Durchmesser von ca. 17". An der äussersten Ecke von Sagittarius, an der Grenze zu Ophiuchus und Scorpius liegt das Zentrum unserer Galaxis. Es befindet sich etwa 30000 Lichtjahre von uns entfernt. In Sagittarius gibt es viel zu sehen, aber man muß systematisch vorgehen. Es ist z.B. nicht schwierig, M25, M17, M21, M20 und M18 zu finden, wenn man erst einmal my gefunden hat. Man muß nur aufpassen, daß man sie nicht durcheinanderbringt. Vom 8. bis zum 16. Juni sind die Sagittariiden aktiv. Dieser Meteroschauer wurde 1957/8 während Radio-Echo Messungen entdeckt. Das Maximum tritt um den 10./11. Juni ein. Der mittlere Radiant beträgt DECL=-34 deg und RA=304 deg. Die Phi Sagittariiden kann man vom 1. Juni bis zum 15. July beobachten. Dieser Schauer zeigt ein recht schwaches Maximum um den 18.Juni. In jüngster Zeit scheint dieser Schauer eine Umbenennung in Scorpiid-Sagittariiden erfahren zu haben. Bei den Capricornid-Sagittariiden handelt es sich um einen Meteorschauer, der am Tage aktiv ist. Er ist von Mitte Januar bis Februar zu beobachten.
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