Die Sternbilder - Die Schlange

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
Schlange Serpens Serpentis Ser

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
15h 11m bis 16h 22m -3° bis +25° 637



Sternkarte (29kB)

Sternkarte aus J.E. Bodes Sternatlas von 1782 (185 kB)

Sichtbarkeit

Kulmination um Mitternacht Ortszeit: Mitte Mai (Kopf der Schlange) und Ende Juni (Schwanz der Schlange).

Beschreibung

Serpens. Von den beiden Hälften der Schlange ist der Kopf (Caput) der entschieden schwächere Teil. Es gibt nur einen recht hellen Stern, den rötlichen alpha oder Unukalhai, seine scheinbare Helligkeit beträgt 2,65 mag und seine Entfernung von der Erde 88 Lichtjahre, damit ist er90mal so hell wie die Sonne. Der eigentliche Kopf wird von einem kleinen Dreieck aus den Sternen K (4,09 mag), beta (3,67 mag) und gamma (3,85 mag) gebildet. Genau zwischen beta und gamma liegt R Serpentis, ein Mira-Stern, der im Maximum schon mit bloßem Auge gesehen werden kann. In seinem Minimum ist er jedoch sehr schwach. Wie fast alle Mitglieder dieser Klasse ist er sehr rot. Seine Periode ist nur neun Tage kürzer als ein Jahr, d.h., wenn er seine Spitze zu einer Zeit erreicht, in der er nur tagesüber über dem Horizont steht, sind seine Maxima über mehrere Jahre hinweg nicht zu beobachten. 1994 erreichte er sein Helligkeitsmaximum am 25. März.

M5, ist einer der schönsten und hellsten Kugelsternhaufen am gesamten Himmel; nur omega Centauri, 47 Tucanae, M13 im Hercules und M22 im Schützen sind heller. Er ist im Fernglas sehr deutlich zu sehen und wurde 1702 von Gottfried Kirch entdeckt. M5 ist leicht in Einzelsterne aufzulösen. Der Haufen ist 27000 Lichtjahre entfernt, und im Gegensatz zu M13 ist er außerordentlich reich an veränderlichen Sternen.

Der Körper der Schlange (Cauda) ist weniger auffällig. Der hellste Stern, eta oder Alava, hat nur eine Helligkeit von 3,26 mag. Seine Entfernung beträgt 52 Lichtjahre, damit ist er 17mal heller als die Sonne. Dennoch befinden sich im Schlangenkörper zwei Objekte von Interesse. Das eine ist M16, der Adlernebel, innerhalb dessen auch der Sternhaufen NGC6611 eingebettet ist. Dieser liegt außen am Rande der Konstellation, an Scutum angrenzend, und tatsächlich ist der Wegweiser dorthin gamma Scuti (4,7 mag).

Im Gegensatz zum Nebel ist der Sternhaufen, der in M16 eingebettet ist, recht gut zu erkennen. Natürlich offenbaren sie ihre volle Pracht erst auf Fotos. Es gibt dort einen großen Reichtum an Details. Regionen aus dunklen Wolken liegen zusammen mit kleinen "Globulen", die sich später einmal zu Sternen verdichten werden.

Ein anderes interessantes Objekt von Cauda ist theta (Alya), ein besonders weiter Doppelstern. Die Komponenten sind identische Sterne von der Größenklasse 3,4 und Spektraltyp A5. Mit bloßem Auge sieht theta aus wie ein einzelner Stern, aber ein gutes Fernglas reicht aus, um die beiden Komponenten zu trennen. Bei diesem System handelt es sich um einen echten Doppelstern, aber die beiden Komponenten liegen so weit außeinander - ungefähr 900mal die Entfernung zwischen Erde und Sonne, daß ihre gegenseitige Umlaufzeit enorm lang ist. Sie liegen in einer Entfernung bei knapp über 100 Lichtjahren. Man kann sagen, daß theta Serpentis eines der besten Beispiele für Doppelsterne am gesamten Himmel ist.


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HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 07.04.2010
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