Die Sternbilder - Der Stier

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
Stier Taurus Tauri Tau

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
0h 23m bis 6h 00m -1° bis +31° 797



Sternkarte (29kB)

Sternkarte aus J.E. Bodes Sternatlas von 1782 (185 kB)

Sichtbarkeit

Kulmination um Mitternacht Ortszeit: Mitte November bis Mitte Dezember.

Beschreibung

Taurus -der Stier - ist ein großes und markantes Tierkreissternbild. Es beinhaltet einige besonders interessante Objekte. Zu Alpha (Aldebaran) kommt man, wenn man die Gürtelsterne des Orion nach "rechts oben" hin verlängert. Aldebaran ist ein orange-roter Riese vom Typ K5, 68 Lichtjahre entfernt und 100mal so hell wie die Sonne. Er sieht aus Beteigeuze, ist aber bei weitem nicht so weit weg und leuchtkräftig. Die Sterne der Hyaden gehen von ihm in einer V-Formation aus, Aber Aldebaran ist kein Midglied dieses Sternhaufens. Er liegt nur zufällig auf halbem Weg zwischen Hyaden und uns. Die hellsten Sterne in den Hyaden sind gamma (Helligkeit 3,63 mag), epsilon (3,54 mag), delta (3,76 mag) und theta (3,42mag). Die Hyaden wurden von Messier nicht in seinem Nebelkatalog aufgenomment, da vermutlich nicht die geringste Möglichkeit besteht, sie mit einem Kometen zu verwechseln.

Die Hyaden sind ein sehr lockerer offener Sternhaufen, daher kann man sie am besten mit einem Fernglas beobachten. Ca. 1 Grad südöstlich von Altebaran liegt der Doppelstern sigma. Seine sind 7' von einander entfernt und 4,7 bzw. 5.1mag hell. Theta ist ein visueller Doppelstern. Er besteht aus einem weißen Stern mit der Helligkeit 3,4 mag und aud einem orangefarbenen Begleiter vom Spektraltyp K mti der Helligkeit 3,8. Der Farbkontrast ist im Fernglas sehr leicht zu erkennen. Auch hier haben wir es mit einem optischen Effekt zu tun. Der weiße Stern steht uns 15 Lichtjahre.

Im Gegensatz zu den Hyaden nahm Messier die Plejaden in seinen Katalog auf und gab ihnen die Nummer 45. Natürlich sind Plejaden schon seit dem Altertum bekannt. Sie werden bei Homer, Hesiod und auch dreimal in der Bibel erwähnt. Der hellste Stern in den Plejaden, eta Tauri oder Alcyone, ist ein Stern dritter Größe. Dann folgen Electra, Atlas, Merope, Maia, Taygete, Celaeno, Peione und Asterope. Das sind neun Sterne, obwohl die Gruppe immer "Die Sieben Schwestern" oder "das Siebengestirn" genannt wird. Wie auch immer, Pleione ist ein veränderlicher Stern mit instabiler Hülle. Celano (Helligkeit 4,5) und Asterope (5,6) sind leicht zu übersehen. Schauen Sie einmal bei Gelegenheit, wie viele einzelne Sterne Sie ohne optische Hilfe in diesem Haufen sehen können. Wenn Sie ein Dutzend Sterne sehen können, dann sind Sie sehr gut. Im Fernglas sieht man viel mehr, und die Gesamtzahl der Mitglieder erreicht mehrere hundert. Die durchschnittliche Entfernung der Sterne beträgt etwas über 400 Lichtjahre. Die Plejaden sehen am eindruckvollsten aus, wenn sie mit einer sehr geringen Vergrösserung betrachtet werden. Die hellsten Sterne sind bläulich-weiß, und die Gruppe ist - im Unterschied zu den Hyaden - noch sehr jung. Die Plejaden sind von blauen Reflexionsnebeln umgeben. Früher dachte man, dass es Reste der Nebelmaterie sind, aus denen sich die Plejaden einst gebildet haben. Heute vermutet man, dass diese Refexionsnebel teil einer größeren Molekülwoklke sind, in der die Plejaden zufällig hineingewandert sind und jetzt einen Teil dieser Wolke beleuchten. Die Reflexionsnebel sind schwierig im Teleskop zu erkennen, aber überraschenderweise einfach zu photographieren.

Im Taurus befindet sich das Objekt M1. Der französiche Astronom Charles Messier hat es als erstes in seinen Katalog verzeichnet. Wegen seiner Form wurde er später Krebsnebel genannt. Es handelt sich dabei um den Überrest einer Supernova- Explosion, deren Aufleuchten am Himmel am 4. Juli 1045 von chinesischen Astronomen bemerkt wurde. Die abgestoßenen äußeren Schichten des Sterns breiten sich immer noch mit einer Geschwindigkeit von 1500 km/s aus. Das innere des Sterns kollabierte zu einen Neutronenstern. Dieses Objekt hat einen Durchmesser von ca. 10 km und rotiert 30mal pro Sekunde um seine Achse. Dabei sendet er Pulse in Form von Radiostrahlung aus, deshalb nennt man dieses Objekt auch Pulsar. M1 steht nahe von zeta (3 mag), und kann mit starken Ferngläsern beobachtet werden. Beim Beobachten im Teleskop sieht man nur einen kleinen, verwaschenen Fleck. Seine filamentartige Struktur zeigt sich nur auf Photos.

Lambda Tauri ist ein Algol Veränderlicher, der leicht mit dem bloßem Auge zu verfolgen ist. Gute Vergleichssterne sind gamma, sigma, xi und my. Die Komponenten liegen 14 Millionen Kilometer auseinander, so daß sie nicht im Teleskop getrennt werden können. Die Bedeckungen des Hauptsterns sind 40 Prozent total. Die Entfernung beträgt 326 Lichtjahre. Lambda Tauri ist viel heller als Algol, aber auch viel weiter weg. Die einzigen anderen Algol-Sterne, die eine maximale Helligkeit von 5 mag erreichen, sind Algol selbst, delta Librae und der weit südliche zeta Phoenicis. Von den anderen hellen Sternen in Taurus ist zeta (Alheka) ein sehr leuchtkräftiger B-Riese, der 490 Lichtjahre entfernt und 1300mal so hell wie die Sonne ist. Beta (Alnath) ist 1,65 mag hell und wird gerne zum Sternbild Fuhrmann (Auriga) dazugerechnet, um das Sternbild des Fuhrmanns zu einem Sechseck zu vervollständigen. Er ist 130 Lichtjahre von uns entfernt und 470 mal heller als die Sonne.

Vom 12. Oktober bis zum 2. Dezember kann man den nördliche Teil des Meteorschauers der Tauriden beobachten. Das Maximum der Schauertätigkeit wird vom 4. November bis zum 7. November erreicht. Die Südlichen Tauriden sind bereits etwas früher aktiv: vom 17. September bis zum 27. November. Sie erreichen ihr Maximum Ende Oktober/Anfang November. Bei beiden Schauern fallen stündlich um die 7 Meteore. Die Beta Tauriden gehören zu den Meteorschauern, die am Tage zu beobachten sind. Sie dauern vom 5. Juni bis zum 18. Juli und erreichen eine maximale Stärke von 25 Meteoren pro Stunde.

Plejaden

Die Griechen nutzten die Plejaden als Kalenderzeichen, dabei rankt ein weiterer Mythos um sie. Der Titan Atlas und die Meeresnymphe Pleione hatten sieben Töchter. Um sie und ihre Mutter vor den Nachstellungen des Orions zu schützen, versetzte Zeus sie an den Himmel. In der immmerwährenden Rotation des Himmels läuft Orion sie bis heute noch nach, ohne sie einholen zu können.

Hyaden

Die Hyaden waren in der griechischen Mythologie Töchter des Atlas. Weil sie den Tod ihres Bruders betrauerten und nicht mehr aufhörten zu weinen, wurden sie ebenfalls an den Himmel versetzt - daher der Name "Regengestirn"; denn ihr Aufgang im Herbst in der Abenddämmerung markierte den Beginn der regenreichen Zeit. Einer anderen Sage zufolge sind die Hyaden die Ammen des Weingottes Dionysos gewesen.


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HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 07.04.2010
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