Die Sternbilder - Der kleine Bär

Deutscher Name Lateinischer Name Genitiv Abkürzung
kleine Bär Ursa Minor Ursae Minoris UMi

Rektaszension Deklination Fläche (°)²
0h 0m bis 24h 0m +65° bis +90° 256



Sternkarte (29kB)

Sternkarte aus J.E. Bodes Sternatlas von 1782 (185 kB)

Sichtbarkeit

In Mitteleuropa zirkumpolar. Kulmination um Mitternacht im Mai.

Beschreibung

Ursa Minor, der Kleine Bär. In diesem Sternbild liegt der nördliche Himmelspol. Er wird durch dem 2mag hellen Stern alpha (Polaris) gekennzeichnet. In Folge der Präzession (Taumelbewegung) der Erdachse verändert sich die Position des Himmelsnordpols ständig. Zur Zeit bewegt er sich auf den Stern Polaris zu und wird im Jahre 2102 (innerhalb von 28' und 31") seinen geringsten Abstand zu Polaris erreichen. Seefahrer konnten mit Hilfe von Polaris leicht ihre geographische Breite bestimmen (einfach die Höhe von Polaris über den Nordhorizont messen). Man kann Polaris leicht finden, in dem man die hinteren Kastensterne des Großen Wagens (Großer Bär) nimmt und die Verbindungsstrecke zwischen ihnen um das 5,5fache nach Norden verlängert.

Der Polarstern selbst war den alten Griechen als "Phoenice" bekannt. Er ist ein Überriese vom Spektraltyp F8, so daß er leicht gelblich aussieht, von den meisten Beobachtern wird er aber wahrscheinlich als weiß bezeichnet. Polaris besitzt im 18" Abstand einem 9 mag hellen Begleitstern. Er wurde 1780 von William Herschel entdeckt. Dieser Stern ist schon in einem 7cm-Teleskop klar zu erkennen. Der Polarstern liegt in einer Entfernung von 680 Lichtjahren. Er ist 6000mal leuchtkräftiger als unsere Sonne und scheint ein veränderlicher Stern gewesen zu sein. Bis vor kurzem wurde er als ein Cepheid mit einer sehr geringen Amplitude, von 1,92 bis 2,07, und einer Periode von 3,9 Tagen klassifiziert. Doch 1987 fanden kanadische Astronomen heraus, daß seine Amplitude abnahm, und nun scheint es, daß sich die Schwankungen ganz einstellen werden. Der einzige andere relativ helle Stern ist (Kochab) im Kleinen Bären, der sich vom Polarstern deutlich unterscheidet. Er gehört zum Typ K, und seine orange Farbe ist sogar mit bloßem Auge sichtbar. Er ist 126 Lichtjahre von uns entfernt und seine absolute Leuchtkraft entspricht 185 Sonnenleuchtkräften. Kochab und sein Nachbarstern gamma (Pherkad Maior) werden oft "die Hüter des Pols" genannt. Der Rest des Sternbildes Kleiner Bär besteht aus sehr schwachen Sternen. Andere Objekte von besonderem Interesse gibt es im Kleinen Bären nicht.

Nahe dem 3 mag hellen A3 Riesen gamma UMi (Pherkad) liegt der 5 mag helle Stern 11 UMi. Diese beiden Sterne bilden einen optischen Doppelstern. Unter guten Beobachtungsbedingungen läßt sich 11 UMi sogar mit dem bloßen Auge trennen, sonst hilft ein Fernglas weiter.

Die Sterne beta UMi, Kochab (arab. "Polarstern"), und gamma UMi, Pherkad, werden oft die Die Wächter des Poles oder einfach nur "Die Wächter" genannt. Der Kleine Bär ist ein recht unscheinbares Sternbild. Die einzigsten Sterne, die heller als 2 mag sind Polaris und Kochab (beta). Die andern Hauptsterne haben nur Helligkeiten zwischen 3 und 5 mag.


Zurück zum Verzeichnis der Sternbilder

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


HTML kodiert von Uwe Nolte und Hans-Peter Jäger. Letzte Änderung: 07.04.2010
© Lexikon der Astronomie
www.Lexikon-der-Astronomie.de