Astronomie-Thema

Im November fallen Sterne vom Himmel -
Leoniden bescheren ein wahres Feuerwerk


Zeitgenössische Darstellung des grossen Leonidenschauers vom 12./13. November 1833, betrachtet von den Niagarafällen aus.

Mit Spannung erwarten Astronomen und Sternfreunde den Meteorschauer der Leoniden. In der Nacht vom 17. auf den 18. November sollen die Leonidenmeteore in großer Zahl am Firmament aufflammen, von lichtschwachen Sternschnuppen bis zu grellen Feuerbällen. Die Leoniden sind ein periodischer Sternschnuppenschwarm, der etwa alle 33 Jahre besonders aktiv wird. Ein unbeschreibliches Naturschauspiel.

Schon Alexander von Humbold beobachtete in der Nacht vom 11. auf 12. November 1799 von Venezuela aus einen außerordentlichen Meteorfall. Zeitweise kam der eindruck auf, am Himmel gäbe es mehr Sternschnuppen als Sterne", beichtete Humbold. ein wahrer Meteorsturm wurde auch am 13. November 1833 registriert. Nach Angaben von Augenzuegen war es unmöglich, die Zahl der Meteore zu ermitteln. die Sterne schienen vom himmel zu fallen, und religiös veranlagte Menschen dachten, der jüngste Tag sei angebrochen.

Der Mailänder Astronom und "Entdecker der Marskanäle", Giovanni Sciaparelli, erkannte als erster, dass der periodisch erscheinende Komet "Tempel-Tuttle" (siehe Abb. links) für den Meteorschauer der Leoniden verantwortlich ist. Die Auflösungsprodukte dieses Kometen prallen mit hohen Geschwindigkeiten von bis zu 70km/s auf die Erdatmosphäre und verglühen in Höhen zwischen 80 und 110km. Beim vergangen Leonidenschauer am 17. November 1966 wurden in Amerika mehr als 2000 Meteore pro Minute gezählt. Nach neusten Berechnungen sollen die Leoniden am 17.11. zwischen 20 und 22 Uhr ihr himmlisches Feuerwerk abbrennen. Allerdings ist um diese Zeit das Sternbild Löwe bei uns noch nicht aufgegangen, aus dem die Leoniden - wie schon ihr Name andeutet - zu entströmen scheinen. Von Ostasien, Japan und Australien aus können die Leoniden in den Morgenstunden am besten beobachtet werden.



Voraussetzungen für die Beobachtung

Für optische Beobachtungen eines Meteorstromes müssen - neben wolkenfreiem Himmel - zwei Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Himmel muss ausreichend dunkel sein, d.h., die Sonne sollte wenigstens 12 Grad unter dem Horizont stehen.
  • Der Radiant des Stromes muss sich möglichst hoch über dem Horizont befinden. Einzelne Meteore eines Stromes können zwar auch sichtbar sein, wenn der Radiant noch etwas unter dem Horizont steht, aber bis etwa 10 Grad Höhe sind die Beobachtungen auch hinsichtlich ihrer Auswertung problematisch.

Leider befindet sich bei der 1998er Wiederkehr in ganz Europa der Radiant um 18 Uhr UT noch unter dem Horizont. Hier befinden wir uns hinsichtlich der Leonidenmeteore auf der Rückseite der Erde. Die Teilchen fliegen nicht in den Atmosphärenbereich hinein, den wir von hier aus sehen können. Der Radiant im Sternbild Löwe steht bei uns erst etwa um 23 Uhr Ortszeit über dem Horizont. Daher muss man zur Beobachtung einen Ort einige Zeitzonen weiter östlich aufsuchen. Der günstigste Längenbereich liegt um 120 Grad Ost, d.h. in Sibirien, der Mongolei, in China, Indien usw. je weiter südlich der Ort liegt, um so enger wird das Beobachtungsfenster da das Sternbild Löwe später aufgeht und die Nacht nicht so lange dauert. Mehrere Beobachtergruppen bereiten sich gegenwärtig auf entsprechende Expeditionen in die günstigsten Regionen vor. Der Arbeitskreis Meteore e.V. favorisiert aufgrund der astronomischen und meteorologischen Bedingungen das Gebiet der Mongolei. Von anderen Gruppen werden weitere Expeditionen nach China vorbereitet. Neben den rein bodengebundenen Beobachtungen ist auch vorgesehen, ein speziell ausgerüstetes Flugzeug über Südostasien unter anderem für Beobachtungen im ultravioletten und im infraroten Spektralbereich einzusetzen.

Aber Sternschnuppenströme halten sich natürlich nicht exakt an himmlische Fahrpläne (siehe auch Tabellen der Astronomie - Tabelle 14)- mit Verspätungen kann also gerechnet werden. Vielleicht haben wir Europäer Glück und erleben den Leonidenschauer in den Morgenstunden des 18. November, wenn der Löwe bei uns bereits im Osten aufgegangen ist. Die Morgendämmerung läßt Beobachtungen bis kurz nach sechs Uhr Ortszeit zu. Mondlicht stört diesmal die Beobachtung nicht, denn der Mond geht an diesem Tag erst gegen halb sieben Uhr morgens auf.
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Letzte Änderung: 02.11.2003
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